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Fotoprojekt gegen Unterdrückung: Bewegende Bilder: So mutig protestieren iranische Frauen gegen den Kopftuchzwang

Wegen ihres Protestes gegen den Kopftuchzwang wurde im Dezember in Teheran eine Frau festgenommen. Angeblich ist sie jetzt wieder frei. Nun folgen andere Frauen in der iranischen Hauptstadt ihrem Beispiel. Die Fotografin Marinka Masséus hat die Bewegung zu einem beeindruckenden Projekt inspiriert.

"Masih Alinejad und ihre Bewegung 'My Stealthy Freedom' hat die Frauen im Iran bestärkt. Mit meinem Projekt möchte ich zu diesem Bewusstsein beitragen." (Marinka Masséus)

"Masih Alinejad und ihre Bewegung 'My Stealthy Freedom' hat die Frauen im Iran bestärkt. Mit meinem Projekt möchte ich zu diesem Bewusstsein beitragen." (Marinka Masséus)

Kurz nach der angeblichen Freilassung einer "Anti-Kopftuch-Demonstrantin" im Iran haben mindestens sechs weitere Aktivistinnen in verschiedenen Teilen der Hauptstadt Teheran ähnliche Aktionen durchgeführt. In sozialen Medien wurden Bilder der sechs Frauen veröffentlicht. Wie die erste Demonstrantin nahmen auch sie ihre Kopftücher ab, hängten sie als Fahne an einem Stock auf und protestierten damit gegen den Kopftuchzwang im Iran. Nach Angaben von Augenzeugen wurden die sechs zunächst nicht identifizierten Frauen von der Polizei festgenommen.

Im Iran müssen alle Frauen und Mädchen ab einem Alter von neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie einen langen, weiten Mantel tragen, um Haare und Körperkonturen zu verbergen. Der Kopftuchzwang ist im Iran zwar seit 40 Jahren Gesetz, genauso lange aber ist die Mehrheit der Frauen dagegen. Den "Anti-Kopftuch-Demonstrantinnen" drohen mehrwöchige Gefängnisstrafen. Nach Angaben von Frauenaktivistinnen in Teheran wollen die Frauen nur das tun, was die Regierung als das legitime Bürgerrecht bezeichnet hatte: friedlich gegen staatliche Maßnahmen protestieren, die ihnen nicht gefallen.  

Iran: Mutige Proteste gegen das Kopftuch

Auf Twitter wurden die Aktionen gegen den Kopftuchzwang auch von iranischen Frauen unterstützt, die gläubig sind und einen Schleier tragen. "Ich trage den Schleier freiwillig und glaube auch daran, genauso aber bewundere ich die Frauen, die nun mutig gegen das obligatorische Kopftuch protestieren", twitterte die Nutzerin Zahra Safyari. Weder bei der Ausübung einer Religion noch bei deren Vorschriften sollte es irgendwelche Zwänge geben, schrieb die Muslimin weiter.

Die erste Frau, die im vergangenen Monat in der Stadtmitte Teherans als Protest ihr Kopftuch abgenommen hatte und daraufhin verhaftet wurde, wurde inzwischen angeblich wieder aus der Haft entlassen. Dies twitterte am Montag Resa Chandan, der Ehemann der renommierten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh. Iranische Medien berichteten zunächst weder über ihre Festnahme noch über eine Freilassung.

"My Stealthy Freedom": Zeichen gegen den Zwang

Schon lange kämpft die iranische Journalistin und Aktivistin Masih Alinejad mit ihrer Bewegung "My Stealthy Freedom" gegen den Kopftuchzwang - unter anderem mit einer Facebook-Kampagne, bei der sie Bilder von Frauen ohne Kopftuch postet. Die niederländische Fotografin Marinka Masséus hat Alinejad damit zu einem Projekt inspiriert, das wir euch in unserer Fotostrecke vorstellen möchten. Die Bilder sind mit Zitaten der Fotografin unterschrieben.


tim / DPA
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