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Bernie Sanders: Twitter-Aufruf: Amerikaner erzählen von ihren absurdesten Arztrechnungen

Auf Twitter fragte US-Senator Bernie Sanders Amerikaner nach ihren absurdesten Arztrechnungen – die Antworten lassen uns das deutsche Gesundheitssystem deutlich mehr schätzen als bisher. 

Bernie Sanders hat viele Nachrichten nach seinem Twitter-Aufruf bekommen

Bernie Sanders hat viele Nachrichten nach seinem Twitter-Aufruf bekommen

US-Senator Bernie Sanders kämpft schon seit Jahren für ein universelles Gesundheitswesen in den Staaten. Jetzt fragte er seine Follower auf Twitter, was ihre absurdeste Arztrechnung war – und die Zahl der Antworten ist ziemlich beachtlich: Über 17.000 User hatten bisher eine Story für Sanders parat. Liest man sich die Kommentare als Deutscher durch, kann man häufig nur den Kopf schütteln. 

13.000 Dollar allein für eine Diagnose

Eine Nutzerin schreibt, sie musste für eine Diagnose 13.000 Dollar auf den Tisch legen, und das ohne das Entfernen der Nierensteine.

Auch mit einer Krankenversicherung ist man im Land der tausend Möglichkeiten nicht vor hohen Arztrechnungen gefeit. Eine andere Twitter-Userin berichtet von einer Blinddarmoperation, die sie 60.000 Dollar gekostet hat, obwohl das Krankenhaus im Netzwerk ihrer Versicherung war. Das Problem: Der Chirurg war es nicht. Helena hatte Glück, sie hat die Rechnung angefochten und gewann den Prozess. 

5000 Dollar jährlich für medizinischen Grundbedarf

Kleinigkeiten, für die wir hier zum Hausarzt gehen und maximal über die lange Wartezeit beschweren, können in den USA laut den Kommentierenden richtig teuer werden.

Ein User schätzt seine jährlichen Ausgaben für seine und die Gesundheit seiner zwei Söhne auf etwa 5000 Dollar. "Das ist für normales Zeug", schreibt er. Kontrolltermine, normale Arztbesuche, Tabletten wie Antibiotika. "Ich habe Angst davor, was es für uns bedeuten würde, einen echten Notfall zu erleiden."

Doch diese Geschichten sind nur Kinkerlitzchen im Vergleich zu den existenzvernichtenden Rechnungen, die einige andere bekommen haben. Ein User erzählt von einer Rechnung für die Notaufnahme in Höhe von 120.000 Dollar und das am gleichen Tag, an dem er 8000 Dollar für die Beerdigung seiner Tochter zahlen musste: "Sie starb, weil sie sich nach einer Behandlung die Medizin nicht leisten konnte."

"Sekunden, die sich anfühlten wie eine Ewigkeit"

Auch die Geschichte von Ärztin Jennifer Gunter ist ernüchternd: Sie bekam eine Rechnung für die medizinische Versorgung ihres Sohnes, der drei Minuten nach der Geburt starb. Weil der Junge nicht lange genug auf der Welt war, um in ihre Versicherung mit aufgenommen zu werden, bekam sie die Rechnung zugeschickt. 

In den Kommentaren erzählt sie, sie habe beim Erhalt der Rechnung kurz gedacht, der Tod ihres Kindes wäre ein Traum gewesen und Hoffnung geschöpft. "Er hat keine medizinische Versorgung erhalten. Nicht im Geringsten", schreibt sie. Dennoch wollte das Krankenhaus, in dem sie selbst als Ärztin arbeitet, 600 Doller von der trauernden Mutter, die erst drei Tage zuvor aus der Klinik wieder nach Hause entlassen worden war.

Inwiefern die Geschichten der User der Realität entsprechen, ist schwer nachzuprüfen. Doch alleine die hohe Zahl der Kommentaren zeigt das, was Bernie Sanders damit aufzeigen wollte: Das Gesundheitssystem in den USA ist so nicht tragbar. 

Quelle: Twitter