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Präsidentschaftswahlkampf Die USA vor dem "Super Tuesday": Darum ist dieser Tag so wichtig

Michael Bloomberg, Elizabeth Warren, Bernie Sanders und Joe Biden
Vier der demokratischen Präsidentschaftsbewerber bei einer TV-Debatte in Las Vegas Mitte Februar: Michael Bloomberg, Elizabeth Warren, Bernie Sanders und Joe Biden (v.l.n.r.)
© Mario Tama / AFP / Getty Images
Vorwahlen in 14 Bundesstaaten. Der "Super Tuesday" gilt im US-Präsidentschaftswahlkampf als entscheidende Wegmarke. Worum geht's? Und wie läuft der Tag ab? Der stern beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Vorwahlen der US-Demokraten steuern mit dem "Super Tuesday" an diesem Dienstag auf einen ersten Höhepunkt zu. Es könnte zugleich ein Wendepunkt im Präsidentschaftsrennen sein. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Warum ist der "Super Tuesday" so wichtig?

Am "Super Tuesday" wird in 14 Bundesstaaten gewählt, darunter in bevölkerungsreichen Staaten wie Kalifornien und Texas. Das ist mehr als an jedem anderen Vorwahltag. Am Super-Dienstag wird damit über 1357 der Delegierten entschieden, die letztlich den demokratischen Präsidentschaftskandidaten wählen werden. Das entspricht etwa einem Drittel aller 3979 Delegierten. Einschließlich der vier Februar-Vorwahlen sind nach dem Super-Dienstag rund 40 Prozent der Delegierten vergeben.

Wo genau wird gewählt?

Die Vorwahlen finden in den Bundesstaaten Alabama (52 Delegierte), Arkansas (31), Colorado (67), Maine (24) Massachusetts (91), Minnesota (75), North Carolina (110), Kalifornien (415), Oklahoma (37), Tennessee (64), Texas (228), Utah (29), Vermont (16) und Virginia (99) statt. Gewählt wird außerdem im US-Außengebiet Amerikanisch-Samoa (6). Darüber hinaus beginnen die Vorwahlen bei den im Ausland lebenden Demokraten (13).

Wie verlief der Super Tuesday in der Vergangenheit?

In den vergangenen drei Jahrzehnten gewann der Sieger des Super Tuesday stets auch die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. 2016 gewann Ex-Außenministerin Hillary Clinton am Super-Dienstag deutlich gegen den linksgerichteten Senator Bernie Sanders. Acht Jahre zuvor war Clinton knapp dem späteren Präsidenten Barack Obama unterlegen.

Welche Erwartungen haben die Bewerber in diesem Jahr?

Bernie Sanders könnte seine Führungsposition ausbauen und seinen Mitbewerbern davoneilen. Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der erst zum Super-Dienstag in die Vorwahlen einsteigt, will sich an dem Tag zum wichtigsten Sanders-Gegner aufschwingen.

Ex-Vizepräsident Joe Biden, der den Auftakt der Vorwahlen verpatzt hatte, erhofft sich "großen Auftrieb", nachdem der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg aus dem Rennen ausgestiegen ist. Zugleich will Biden verhindern, dass Bloomberg ihm den Rang abläuft.

Die Senatorin Elizabeth Warren muss verhindern, dass sie den Anschluss an die Spitzengruppe verliert. Klar ist: Nach dem Super-Dienstag dürfte sich das Bewerberfeld der Demokraten lichten.

Die Präsidentschaftsbewerberin Amy Klobuchar hat indes vor dem Superwahltag "Super Tuesday" das Handtuch geworfen. Die 59-jährige Senatorin steigt aus dem Präsidentschaftsrennen aus und wird fortan Ex-Vizepräsident Joe Biden unterstützen, wie ein Klobuchar-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP bestätigte.

Wie geht es bei den Vorwahlen nach dem Super-Dienstag weiter?

Die Vorwahlen gehen noch bis Anfang Juni. Bis dahin gibt es noch mehrere wichtige Wahltage. So wird am 10. März unter anderem in den wichtigen Bundesstaaten Michigan, Missouri und Washington gewählt, am 17. März in Florida, Illinois und Ohio, am 28. April dann in New York und Pennsylvania. Gekürt wird der demokratische Präsidentschaftskandidat letztlich beim Nominierungsparteitag der Demokraten, der vom 13. bis 16. Juli in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin stattfindet.

Wie läuft der Parteitag ab?

Für eine Nominierung braucht ein Bewerber im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit von 1991 der 3979 Delegierten. Sollte dies keinem der Bewerber gelingen, käme es zum zweiten Wahlgang, bei dem dann auch 771 sogenannte Superdelegierte abstimmen dürften. Diese werden nicht durch die Vorwahlen bestimmt, sondern sind Kraft ihrer politischen Ämter stimmberechtigt. Anders als früher dürfen sie in diesem Jahr nicht am ersten Wahlgang teilnehmen.

Seit dem Jahr 1952 ist es nicht mehr vorgekommen, dass für die Nominierung eines Präsidentschaftskandidaten mehr als ein Wahlgang nötig ist. In diesem Jahr scheint es aber nicht ausgeschlossen. Der Kandidat der Demokraten wird Trump bei der Präsidentschaftswahl am 3. November herausfordern.

Fabian Erik Schlüter / AFP / wue

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