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Affäre in Bayern: CSU-Bürgermeister will Koks am Bahnhof kaufen - doch sein Dealer ist LKA-Ermittler

Ein Lokalpolitiker der CSU hat seine Karriere aufs Spiel gesetzt, indem er bei einem verdeckten Ermittler Kokain kaufen wollte. Anschließend versuchte er sich auf abenteuerliche Weise aus der Affäre zu ziehen.

CSU

An einem Bahnhof in Franken nahm das Unheil für einen CSU-Politiker seinen Lauf

Es klingt wie der Plot einer Netflix-Serie: Ein ehrenamtlicher Bürgermeister in Franken wollte an einem Bahnhof in seiner Nachbargemeinde Kokain kaufen, doch sein vermeintlicher Dealer entpuppte sich dummerweise als verdeckter LKA-Ermittler. Anschließend versuchte der CSU-Lokalpolitiker, der im Hauptberuf selbst Kriminalbeamter ist, sich mit einer abenteuerlichen Ausrede aus der Affäre zu ziehen.

Der Reihe nach: Wie die "Abendzeitung" berichtet, hatte der dritte Bürgermeister einer Gemeinde im Landkreis Ansbach bereits Ende August versucht, am Ansbacher Bahnhof Kokain zu kaufen und war dabei in die Falle seiner eigenen Kollegen getappt.

CSU-Politiker: Kokain gegen Krankheit

Der Bürgermeister, ein dreifacher Familienvater, war anschließend von der Staatsanwaltschaft vernommen worden. Inzwischen sei er von seinen Ämtern als Bürgermeister und Gemeinderat zurückgetreten. In einer Erklärung hat er angegeben,  er habe das Kokain "krankheitsbedingt" erwerben wollen und dies mit seinen schlimmen Erfahrungen bei der Kriminalpolizei gerechtfertigt. Gegenüber Bekannten hatte er angegeben, dass ein Familiendrama in Gunzenhausen mit drei toten Kindern ihm so arg zugesetzt habe, dass er unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Das Problem: Laut Informationen der "Abendzeitung" hat er sich ein entsprechendes ärztliches Attest erst Tage nach dem versuchten Kokain-Kauf ausstellen lassen. 

Ob ihm nun auch eine Suspendierung als Kriminalbeamter droht, steht trotz der Krankschreibung noch nicht fest. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums erklärt gegenüber der "Abendzeitung": "Wir warten das Ergebnis der Ermittlungen ab und entscheiden über eventuelle Maßnahmen im Einzelfall. In der Heimatgemeinde des CSU-Mannes ließ der Erste Bürgermeister auf Nachfrage der "Bild"-Zeitung bloß wissen: "Die Nachricht muss ich erst einmal verdauen."

tim
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