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"The Artist" räumt bei den Oscars ab


Frankreich erobert Hollywood: Der schwarz-weiße Stummfilm "The Artist" des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius hat bei der Oscar-Verleihung gleich fünf der begehrten Filmpreise abgeräumt, darunter die wichtigste Auszeichnung als bester Film.

Frankreich erobert Hollywood: Der schwarz-weiße Stummfilm "The Artist" des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius hat bei der Oscar-Verleihung gleich fünf der begehrten Filmpreise abgeräumt, darunter die wichtigste Auszeichnung als bester Film. Mit Nostalgie und Frankreich punktete auch Martin Scorseses ebenfalls fünffach ausgezeichneter Streifen "Hugo Cabret".

"The Artist"-Star Jean Dujardin gewann als erster französischer Schauspieler den Oscar für die beste männliche Hauptrolle. "I love your country", sagte der Franzose mit typischem Akzent, als er die Auszeichnung für seine Rolle des vom Tonfilm ausgebooteten Stummfilmstars George Valentin entgegennahm.

Michel Hazanavicius erhielt einen Oscar für die beste Regieleistung. Als er später erneut auf die Bühne ging, um den Oscar für den besten Film entgegenzunehmen, schickte er scherzhaft per TV-Gruß seine Kinder ins Bett: "Es ist sechs Uhr morgens in Paris", mahnte der 44-jährige Filmemacher.

"The Artist" holte auch die Oscars in den Kategorien für die beste Filmmusik und die besten Kostüme. Insgesamt war der Streifen, der zuvor bereits bei den Golden Globes, den britischen BAFTA-Awards und den französischen Césars die Filmpreisjurys überzeugt hatte, für zehn Academy-Awards nominiert. Ganz Frankreich, Präsident Nicolas Sarkozy eingeschlossen, feierte den Siegeszug der französischen Hommage an Hollywood.

Ironischerweise gewann Scorseses Hommage an den französischen Film-Pionier Georges Méliès ebenfalls fünf Oscars. Die märchenhafte Kinderbuch-Verfilmung in 3-D, "Hugo Cabret", räumte in den technischen Kategorien wie Ton und Spezialeffekte ab. Der Film war in insgesamt elf Kategorien ins Rennen gegangen.

Die Trophäe für die beste weibliche Hauptrolle erhielt Meryl Streep für ihre Verkörperung der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady". Für die US-Schauspielerin war es bereits der dritte Oscar. Als ihr Name gefallen sei, habe sie die halben USA "Oh nein, schon wieder sie" stöhnen gehört, scherzte Streep in ihrer Dankesrede.

Den Oscar als bester Nebendarsteller gewann der kanadische Schauspieler Christopher Plummer für seine Rolle in "Beginners". Bei der Entgegennahme des Oscars küsste der 82-Jährige die goldene Statuette und scherzte: "Du bist nur zwei Jahre älter als ich, Darling - wo warst Du mein ganzes Leben lang?" Die US-Schauspielerin Octavia Spencer bekam als Haushälterin in dem Südstaaten-Drama "The Help" die Trophäe für die beste weibliche Nebenrolle.

Als bester Trickfilm wurde "Rango" von Regisseur Gore Verbinski ausgezeichnet, der sich um die Abenteuer eines Chamäleons in der Sinnkrise dreht. Den Preis für das beste Original-Drehbuch heimste Woody Allen für "Midnight in Paris" ein - für ihn der erste Oscar seit einem Vierteljahrhundert.

Das iranische Ehedrama "Nader und Simin - eine Trennung" wurde als bester fremdsprachiger Film geehrt. Regisseur Asghar Farhadi widmete den Oscar den Menschen im Iran. Dort zeigte selbst das staatliche Fernsehen den denkwürdigen Moment am Montag in Dauerschleife.

Die deutschen Oscar-Hoffnungen erfüllten sich dagegen nicht. Der in der Dokumentarsparte nominierte Wim-Wenders-Film "Pina" ging ebenso leer aus wie der Kurzfilm "Raju" der Nachwuchs-Filmemacher Max Zähle und Stefan Gieren. Da half es auch nichts, dass US-Schauspielerin Sandra Bullock bei der Anmoderation des Auslands-Oscars einige Brocken Deutsch sprach.

AFP AFP

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