Es war zugleich der erste kommerzielle Flug für das Satellitennetz des Amazon-Konzerns von Jeff Bezos. Die 32 Satelliten sollen in einer niedrigen Erdumlaufbahn in etwa 465 Kilometer Höhe das Satellitennetzwerk Amazon Leo verstärken. Leo steht dabei für niedrige Erdumlaufbahn (low earth orbit). Insgesamt sind 18 Ariane-Flüge für Amazon geplant.
Amazon Leo umfasst derzeit etwa 175 Satelliten, deutlich weniger als der Konkurrent Starlink von US-Multimilliardär Elon Musk, der bereits 9400 Satelliten im All hat.
Nach Angaben des Chefs von Arianespace, David Cavaillolès, sind die Einsätze für das US-Unternehmen eine Art Training für das von der EU geförderte Satellitennetz Iris2, das von 2029 an aufgebaut werden soll.
Bei ihren vorherigen Flügen hatte die Ariane 6 Satelliten für Institutionen ins All gebracht, unter anderem für das französische Verteidigungsministerium und das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus.
Ariane 6 hatte im Juli 2024 ihren Jungfernflug absolviert. Mit dieser Trägerrakete will Europa in der Raumfahrt unabhängiger von den USA und Russland werden. Sie wurde jedoch im Unterschied zur Falcon 9 von Musks Firma SpaceX nicht als wiederverwendbares Modell konzipiert, weil dies ihre Inbetriebnahme noch weiter verzögert hätte.
Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist die in Bremen entwickelte und gebaute Oberstufe der Ariane 6 aber so konzipiert, dass sie nach dem Einsatz verglüht und keinen Weltraumschrott zurücklässt.
Künftig soll die ArianeGroup Deutschland das Vinci-Triebwerk der Ariane 6 im baden-württembergischen Lampoldshausen montieren. Die Endproduktion und die Flugabnahmetests sollen aus dem französischen Vernon nach Deutschland verlagert werden. Der Einbau des Triebwerks in die Oberstufe der Ariane 6 soll weiter in Bremen geschehen.
Europa hatte seit dem letzten Start der Trägerrakete Ariane 5 im Juni 2023 mehr als anderthalb Jahre keinen eigenen Zugang zum Weltall. Derzeit wird das lukrative Geschäft mit Trägerraketen von SpaceX dominiert.