"Amnestie jetzt" stand auf einem Transparent. "Weder einer noch zwei, sondern alle" müssten freigelassen werden, riefen Demonstranten. "Wir haben viel Zeit im Untergrund verbracht, stumm und still angesichts all dessen, was Venezuela mit der Unterdrückung erlebt hat", sagte die Studentin Dannalice Anza der Nachrichtenagentur AFP. "Aber heute stehen wir auf, vereinen wir uns und versammeln uns alle, um die nötigen Forderungen für dieses Land zu stellen."
Die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado erklärte im Onlinedienst X: "Venezuela wird frei sein. Lang leben unsere Studenten!" Die Regierung organisierte eine Gegendemonstration, zu der ebenfalls tausende Menschen kamen.
Der linksnationalistische Präsident Maduro war am 3. Januar bei einem US-Militäreinsatz gefangengenommen und in die USA gebracht worden. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Rodríguez wurde vom Obersten Gericht des südamerikanischen Landes zur Übergangspräsidentin ernannt.
Von US-Präsident Donald Trump hat Rodríguez Lob und Unterstützung erhalten, obwohl sie Vizepräsidentin unter Maduro war. Trump ist an den Erdölvorkommen Venezuelas interessiert - den größten der Welt.
Rodríguez hat bereits mit der Freilassung politischer Häftlinge begonnen. Bis Ende Januar kamen nach Angaben der Nichtregierungsorganisation (NGO) Foro Penal mehr als 260 politische Gefangene frei. Die Übergangspräsidentin kündigte vor knapp zwei Wochen das Amnestiegesetz an, durch das zahlreiche weitere Häftlinge freikommen sollen.