Im winterlich kalten Mailand war die unweit des Doms gelegene Basilika Santa Maria delle Grazie für die Beerdigung von Chiara Costanzo überfüllt, zahlreiche Menschen warteten vor dem Gotteshaus. Als der Sarg mit der Teenagerin aus der Kirche getragen wurde, applaudierte die Menschenmenge - wie in Italien bei Begräbnissen mit großer Anteilnahme üblich.
Ihr Vater Andrea Costanzo sagte bei der Trauerfeier, Italien habe mit seiner Anteilnahme "bemerkenswerte Menschlichkeit und Sensibilität bewiesen". Nun müsse die Brandkatastrophe jedoch "vollständig aufgeklärt" werden.
Das Feuer war in der Silvesternacht in der Bar "Le Constellation" in dem beliebten Skiort Crans-Montana ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen dort ins neue Jahr feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, 116 weitere Menschen wurden verletzt. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt, das älteste 39.
Mittlerweile sind alle Todesopfer und Verletzten identifiziert. Am Montagabend wurden noch 83 Verletzte in Krankenhäusern behandelt, viele davon mit schweren Verbrennungen.
Den Ermittlern zufolge wurde der Brand im Keller der Bar offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprach.