Zuvor hatten das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern, Experten des Deutschen Meeresmuseums und Vertreter der Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd mitgeteilt, dass sich der Zustand des Wals verbessert habe. "Die Ruhe, die wir dem Tier haben angedeihen lassen, hat offensichtlich gewirkt", erklärten sie.
Greenpeace-Aktivistin Sandra Schöttner erklärte, ihre Kollegen seien "mit der Wasserschutzpolizei unterwegs, den Wal auf die richtige Route zu lenken". Der Weg des Meeressäugers sei "sehr weit", ein "guter erster Schritt" sei nun aber gemeistert. Burkard Baschek, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Meeresmuseums, erklärte, es würde nun versucht, den Wal "vom Hafen abzuhalten". Am Dienstag werde nun geschaut, "wo sich der Wal aufhält".
Der derzeit in der Wismarer Bucht vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns liegende Wal irrt nach Behördenangaben seit rund vier Wochen durch die Ostsee, am Montag vergangener Woche strandete er zunächst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Dort konnte er sich nach mehreren Tagen und einer aufwändigen Rettungsaktion mit Baggern befreien, strandete aber Samstag erneut in der Wismarer Bucht. Inzwischen wird sein Schicksal bundesweit verfolgt.
Größere Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, da die Bedingungen dort für sie nicht geeignet sind. Der von Medien "Timmy" getaufte Buckelwal vor Wismar leidet Experten unter anderem unter massiven Hautproblemen infolge des niedrigen Salzgehalts der Ostsee. Zudem hat er nach wie vor Netzreste im Maul, die bisher nur teils entfernt werden konnten.
Wie er in die Ostsee gelangte und warum er bislang nicht selbstständig den Weg hinaus fand, ist nicht wirklich geklärt. Ziel aller Bemühungen ist es, dass der Meeressäuger den Weg zurück durch die Meerengen am Ausgang der Binnenmeeres zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden findet. Von dort könnte er in die Nordsee und den Atlantik schwimmen.