Die unmittelbare und mittelbare Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger des Bundes beziehen ihre Lizenzen demnach in aller Regel aus einem Rahmenvertrag, den die Zentralstelle IT-Beschaffung ausgeschrieben hat. Die Vergleichbarkeit mit früheren Anfragen sei eingeschränkt, heißt es, da der Kreis der Bezugsberechtigten über die Ressorts und nachgeordneten Behörden hinausgehe.
Lenhard kritisierte die Entwicklung. "Die vorgelegten Zahlen zeigen einen gefährlichen Trend", sagte sie der "SZ". Mit solchen Summen ließe sich der Aufbau und die Stärkung leistungsfähiger Open-Source-Lösungen und europäischer Alternativen gezielt vorantreiben. "Stattdessen vertiefen wir unsere Abhängigkeit von einzelnen außereuropäischen Anbietern weiter", sagte die Grünen-Abgeordnete.
Über die Beschaffung von Microsoft-Lizenzen auf Ebene der Länder und Kommunen liegen der Bundesregierung laut ihrer Antwort keine konkreten Zahlen vor. Grund seien die föderal verteilten Zuständigkeiten in diesem Bereich. Da die Ausgaben der Länder und Kommunen nicht enthalten seien, dürfte das tatsächliche Gesamtvolumen der öffentlichen Microsoft-Beschaffung deutlich höher liegen, erklärte Lenhard.