Der Wissenschaftler habe die beiden Fragmente vermutlich damals entnommen und nach Deutschland gebracht, erklärte das Museum. 85 Jahre später wurden sie am Mittwoch vom Direktor des Landesarchivs Schleswig-Holstein, Rainer Hering, in Bayeux übergeben.
1872 hatte das heutige Victoria and Albert Museum in London bereits ein besticktes Stück des Wandteppichs zurückgegeben, das ein britischer Künstler 1816 entnommen hatte. Er war damals mit einer Reproduktion des Kunstwerks beauftragt worden.
Der im elften Jahrhundert entstandene rund 70 Meter lange bestickte Wandteppich von Bayeux schildert in einer Art mittelalterlicher Bildergeschichte die Invasion des Königreichs England durch den Normannenherzog Wilhelm der Eroberer. Diese führte nach der Schlacht von Hastings 1066 - die letzte erhaltene Szene auf dem Wandteppich - zur Herrschaft der Normannen in England.
Der Wandbehang wurde im vergangenen Sommer im Museum von Bayeux abgehängt und in ein Zwischenlager gebracht. Ab September soll er im British Museum in London gezeigt werden. Restauratoren kritisieren den Plan scharf und befürchten, das empfindliche Stück könne beim Transport Schaden nehmen.
Die regionale Kulturbehörde hatte noch 2021 erklärt, dass der Wandteppich "nicht transportfähig" sei, solange er nicht restauriert wurde. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will den Kulturschatz dennoch nach England verleihen.