Ende der Ära Orban: Ungarns neuer pro-europäischer Regierungschef Magyar wird vereidigt

Magyar bei der konstituierenden Sitzung des Parlaments
Magyar bei der konstituierenden Sitzung des Parlaments
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Knapp einen Monat nach der Wahl in Ungarn sind die neu gewählten Abgeordneten am Samstag zum ersten Mal im Parlament in der Hauptstadt Budapest zusammengekommen. Präsident Tamas Sulyok eröffnete die konstiuierende Sitzung, in deren Verlauf Wahlsieger Peter Magyar als neuer Ministerpräsident vereidigt werden soll. Magyars konservative Tisza-Partei hatte bei dem Urnengang am 12. April eine Zweidrittelmehrheit erobert und der Fidesz des langjährigen Regierungschefs Viktor Orban eine empfindliche Niederlage bereitet.

Magyar traf am Vormittag im Parlament ein; vereidigt werden soll er am Nachmittag gegen 14.30 Uhr. Seine Tisza-Partei verfügt über 141 der 199 Sitze. Die Zweidrittelmehrheit erlaubt ihm umfassende Reformen des politischen Systems. Nach seiner Amtseinführung will der neue Ministerpräsident zu seinen Anhängern vor dem Parlamentsgebäude sprechen.

Neben Magyars Vereidigung stehen weitere Personalien auf der Tagesordnung. So soll die Tourismusunternehmerin Agnes Forsthoffer zur Parlamentspräsidentin gewählt werden. Als Stellvertreter ist ein Angehöriger der Minderheit der Roma vorgesehen. Der Rechtsanwalt Vilmos Katai-Nemeth soll Sozialminister werden - er wäre der erste sehbehinderte Ressortchef überhaupt.

Vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich am Morgen hunderte Anhänger des 45-Jährigen, um die Zeremonie auf großen Bildschirmen mitzuverfolgen. "So eine freundliche Atmosphäre habe ich noch nie zuvor erlebt", sagte die Rentnerin Anna Horvat der Nachrichtenagentur AFP vor dem neogotischem Gebäude. Sie hoffe auf ein Ende der Korruption und eine Wiederannäherung an die EU, fügte sie hinzu.

AFP