Ende Januar vergangenen Jahres war ein Passagierflugzeug von American Airlines beim Landeanflug auf den Reagan-Flughafen in Washington mit einem Militärhubschrauber zusammengestoßen, der sich auf einem Schulungsflug befand. Beide Maschinen stürzten in den Fluss Potomac. Alle 64 Flugzeuginsassen und die dreiköpfige Besatzung des Hubschraubers kamen ums Leben.
Homendy kritisierte die Zivilluftfahrtbehörde FAA, die Hubschraubern beim Anflug auf den Washingtoner Ronald-Reagan-Flughafen eine Einflugschneise genehmigt habe, die zu nah an dem von Flugzeugen genutzten Flugkorridor liege. Zudem dulde die FAA zu großzügig, dass Hubschrauberpiloten auf Sicht fliegen. Die Fluglotsen überließen zu häufig Hubschrauberpiloten die Verantwortung, sich visuell davon zu überzeugen, dass keine andere Maschine auf ihrer geplanten Strecke unterwegs ist - eine als "see and avoid" (sehen und vermeiden) bekannte Methode.
"Wir reden seit mehr als fünf Jahrzehnten über "see and avoid", kritisierte die NTSB-Chefin. Bei fast der Hälfte aller von ihrer Behörde in den vergangenen 20 Jahren untersuchten Kollisionen in der Luft habe es "Probleme" im Zusammenhang mit dieser Methode gegeben. Der US-Regierung warf Homendy einen gefährlichen "Fatalismus in Verkehrsfragen" vor, der darin bestehe, "abzuwarten, bis Leute sterben, bevor sie handelt".
Bereits im vergangenen August waren die Ermittler zu dem Schluss gekommen, dass die von den Instrumenten im Hubschraubercockpit angezeigte Flughöhe um dutzende Meter von der tatsächlichen Höhe abwich.