Extremismus Sachsen schult Polizei gegen Antisemitismus

Neue Workshops sollen Polizeianwärter in Sachsen für Antisemitismus sensibilisieren. (Archivbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Neue Workshops sollen Polizeianwärter in Sachsen für Antisemitismus sensibilisieren. (Archivbild) Foto
© Hendrik Schmidt/dpa
Mit Workshops und Kooperationen will Sachsen Polizisten zum Thema Antisemitismus sensibilisieren. Wie sich ihr Berufsalltag dadurch verändert - und warum Vertrauen dabei eine große Rolle spielt.

Die sächsische Polizei soll künftig besser auf den Umgang mit Antisemitismus vorbereitet werden. Dazu haben das sächsische Innenministerium und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden einen Kooperationsvertrag geschlossen, wie das Ministerium mitteilte. Ziel ist es, antisemitischen Einstellungen und Straftaten wirksamer zu begegnen und jüdisches Leben im Freistaat zu stärken.

Kern der Vereinbarung ist ein bildungsorientiertes Angebot für die Polizei Sachsen. In den kommenden Monaten sollen an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) insgesamt zehn ganztägige Workshops für angehende Polizeikommissarinnen und -kommissare sowie Polizeimeisteranwärterinnen und -anwärter stattfinden. Dabei sollen Kenntnisse zu Erscheinungsformen und Ideologien des Antisemitismus vermittelt und die Handlungskompetenz der Polizei im sensiblen Umgang mit Betroffenen gestärkt werden.

Bedrohungslage verändert polizeilichen Alltag

"Der Schutz jüdischen Lebens ist eine wichtige Aufgabe der sächsischen Polizei", sagte Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa. Die Kooperation schaffe neue Möglichkeiten für Aus- und Fortbildung und stärke das gegenseitige Vertrauen.

Die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova, verwies auf die veränderte Sicherheitslage. "Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass die Polizei zum Beispiel Weihnachtsmärkte und andere große Feiern so massiv schützen muss, hätte ich das nicht geglaubt. Heute ist das Realität." Besonders gefährdet seien jüdische Einrichtungen.

Vertrauen als Schlüssel

Die neue Vereinbarung knüpft an das Projekt "Klug gegen Antisemitismus" an, das zwischen 2022 und 2024 umgesetzt wurde. Ziel sei es auch, das Vertrauen jüdischer Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen, insbesondere in die Polizei, weiter zu stärken.

dpa