Mehrere Hersteller, darunter europäische Großkonzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis, haben seit Dezember in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen. Grund war die mögliche Verunreinigung der Produkte mit dem Giftstoff Cereulid, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Nach Angaben der EFSA und des ECDC wurden in mindestens sieben europäischen Ländern Fälle von erkrankten Kleinkindern gemeldet.
Die französischen Behörden untersuchen zudem den Tod von drei Säuglingen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie Milchpulver aus den zurückgerufenen Chargen bekommen hatten. "Bis heute wurde wissenschaftlich keine Schuld nachgewiesen", erklärte das Gesundheitsministerium in Paris zuletzt. "Zu diesen Meldungen laufen derzeit strafrechtliche Ermittlungen."
Es besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz, die die für Säuglinge wichtige Arachidonsäure enthält, für die Verunreinigung verantwortlich sein könnte. Die EU-Behörden bestätigten dies: Cereulid sei erstmals im Dezember in Chargen von Präparaten nachgewiesen wurde, die Arachidonsäureöl von einem Hersteller in China enthielten.