Die frühere CDU-Vorsitzende nahm in der ersten Reihe Platz neben ihren Nachfolgern an der CDU-Spitze, Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet. Seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft 2021 hatte Merkel Einladungen zur Teilnahme an CDU-Parteitagen stets ausgeschlagen. Dies war auch als Anzeichen für eine Entfremdung zwischen der Partei und ihrer langjährigen Vorsitzenden und Kanzlerin gedeutet worden.
Merz und Merkel verbindet eine lange politische Rivalität. Merz war von 2000 an Unions-Fraktionschef im Bundestag, bis ihn die damalige CDU-Vorsitzende Merkel 2002 von dem Posten verdrängte. Fortan lagen beide im Clinch, 2009 zog sich der Sauerländer aus der aktiven Politik zurück und startete erst nach Merkels Rückzug einen erneuten Anlauf. 2022 wurde er zum CDU-Chef gewählt, im vergangenen Jahr wurde er Bundeskanzler.
In ihren 2024 erschienenen Memoiren schrieb Merkel über ihr schwieriges Verhältnis zu Merz: "Es gab ein Problem, und zwar von Beginn an: Wir wollten beide Chef werden."
Ex-Parteichefin Kramp-Karrenbauer begrüßte Merkels Teilnahme. "Ich freue mich, dass wir nebeneinandersitzen und die Gelegenheit haben, ein bisschen zu plauschen", sagte sie der "Rheinischen Post". "Parteitag ist immer wie Familientreffen. Da trifft man viele wieder." Von dem Parteitag erhoffe sie sich, "dass wir ein Signal des Aufbruchs und der Geschlossenheit senden".
Der CDU-Landesvorsitzende in Baden-Württemberg, Manuel Hagel, wertete Merkels Anwesenheit auf dem Parteitag als Zeichen der Geschlossenheit. Die CDU Deutschlands sei "so geschlossen und entschlossen" wie lange nicht, sagte Hagel am Donnerstag. "Beweis" dafür sei, dass alle noch lebenden ehemaligen Parteivorsitzenden zu Gast sein würden, einschließlich Ex-Kanzlerin Merkel, die Merz immer kritisch gegenüberstand.