„In den nächsten sechs Monaten erwarten 59 Prozent der Häuser, dass sich ihre wirtschaftliche Lage eher verschlechtern wird. In ländlichen Regionen sind es bis zu 79 Prozent“, zitierte die Zeitung aus der Erhebung.
Zunehmend gehe Kliniken das Geld aus. „Nur neun Prozent der Krankenhäuser können ihre durchschnittlichen Betriebsausgaben unbegrenzt aus vorhandenen liquiden Mitteln decken. In den übrigen Häusern reicht die Liquidität im Mittel für sechs Wochen aus, um die laufenden Betriebsausgaben zu finanzieren.“
„Die Liquidität vieler Häuser reicht heute kaum noch für wenige Wochen“, sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem Bericht zufolge. „Da stellt sich ernsthaft die Frage, wie manche Kliniken Ende des Jahres beispielsweise Weihnachtsgeld bezahlen sollen.“ Gaß warnte, es gehe „um die nackte wirtschaftliche Existenz vieler Kliniken“. Wenn die Politik nun nicht handele, riskiere sie „eine strukturelle Gefährdung der Krankenhausversorgung in Deutschland“.
Erst im April war eine von der schwarz-roten Bundesregierung überarbeitete Reform der Krankenhausfinanzierung in Kraft getreten. Sie sieht längere Fristen für den Umbau der Kliniklandschaft und Ausnahmeregeln insbesondere für kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum vor. Zudem stellt der Bund mehr Geld zur Verfügung.
Die repräsentative Befragung erfolgte vom 17. bis zum 22. April. Beteiligt haben sich insgesamt 185 Krankenhäuser. Das neue Barometer soll von nun an regelmäßig Lage und Erwartung der Kliniken abbilden.