Leichtes Wachstum auf Neuwagenmarkt - Starkes Plus bei E-Autos und Plugin-Hybriden

Neuwagen in Wolfsburg
Neuwagen in Wolfsburg
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Der deutsche Neuwagenmarkt hat im vergangenen Jahr leicht zugelegt, besonders die Neuzulassungen von E-Autos und Plugin-Hybriden stiegen stark an. Insgesamt 545.142 neue E-Autos wurden zugelassen - 43,2 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg am Dienstag mitteilte. Bei Plugin-Hybriden betrug das Plus sogar 62,3 Prozent. Damit fährt jeder fünfte Neuwagen rein elektrisch, gut jeder zehnte mit Plugin-Antrieb.

Insgesamt entwickelte sich der Automarkt den Angaben nach etwas besser als 2024: 2,9 Millionen Neufahrzeuge entsprachen einem Plus um 1,4 Prozent. Zum Jahresende hin legte der Markt noch einmal deutlich zu. Im Dezember wurden 9,7 Prozent mehr Autos zugelassen als im Vorjahresmonat, das Plus bei E-Autos betrug sogar 63 Prozent. 

Die meisten Neuwagen im Jahr 2025 hatten einen Hybridantrieb. Diese Modelle kamen auf einen Marktanteil von 39,5 Prozent, wobei rund jeder vierte Hybrid-Wagen ein Plugin-Hybrid war. Der Anteil benzinbetriebener Pkw sank hingegen auf 27,2 Prozent, der von Dieseln auf 13,8 Prozent. Die durchschnittlichen CO2-Emission der Pkw sanken 2025 um 11,7 Prozent.

Chinesische Hersteller verschufen sich starken Zuwachs: Die Neuzulassungen des E-Auto-Riesen BYD etwa kletterten in Deutschland um mehr als 700 Prozent auf über 23.000 Autos. Allerdings machen sie weiterhin nur 0,8 Prozent des deutschen Neuwagenmarkts aus.

"Großer Verlierer der Elektromobilität im Jahr 2025" sei US-Elektroautobauer Tesla, dessen Neuzulassungen um 48,5 Prozent auf nur noch 19.390 Autos sanken, erklärte der Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM). Tesla büßte im vergangenen Jahr den Spitzenplatz als weltweit größter Hersteller von Elektroautos an den Konkurrenten BYD ein.

Bratzel verwies auch auf "hohe Zuwächse" der Volkswagen-Gruppe bei den Verkäufen reiner E-Autos: Das Unternehmen habe ein Plus von rund 80 Prozent verzeichnet. Damit steigere sich der E-Auto-Anteil des Konzerns von zuvor 11,2 Prozent auf nunmehr rund 20 Prozent. BMW habe die Verkäufe in diesem Bereich um 30 Prozent gesteigert, führte Bratzel aus. Damit belaufe sich der Anteil reiner E-Autos der Münchener Unternehmensgruppe auf rund 22 Prozent (18,6 Prozent im Vorjahr).

Die Neuzulassungen des Jahres "senden ein klares Signal in Richtung Aufschwung der Elektromobilität", erklärte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn. 2026 könne sich der "positive Trend" mit einer "wirksam ausgestalteten Förderung" deutlich beschleunigen.

Die Beratungsfirma EY sprach aber insgesamt von einem "schwachen Autojahr 2025". Die Neuzulassungen lägen weiterhin 21 Prozent unter dem Niveau von 2019. "Die schwache Konjunktur, zunehmende Arbeitsplatzsorgen und die Vielzahl an politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krisen fordern ihren Tribut", erklärte der EY-Experte Constantin Gall.

Und auch die starke Zunahme bei E-Autos müsse vor dem Hintergrund des Einbruchs im vergangenen Jahr gesehen werden. Im Vergleich zu 2023 legten die Elektro-Neuzulassungen demnach gerade einmal um vier Prozent zu. "Tatsächlich aber gleicht das starke Wachstum des Jahres 2025 nur den Absatzeinbruch des Jahres 2024 aus", erklärte Gall. 

ZDK-Präsident Peckruhn äußerte sich ähnlich. "Rechnet man die stark gestiegenen Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern bei den gewerblichen Zulassungen heraus, hat der E-Auto-Markt im Jahr 2025 lediglich wieder das Niveau von vor zwei Jahren erreicht", erklärte er. Zugunsten eines "echten" Aufbruchs der Elektromobilität brauche es "eine klare Ankündigung der Bundesregierung, dass die E-Autoprämie für private Neuzulassungen ab sofort gilt".

Unterdessen kamen am Dienstag aus Großbritannien neue Rekordzahlen für die E-Auto-Verkäufe: 2025 hätten reine E-Autos fast ein Viertel der mehr als zwei Millionen Neuwagenverkäufe ausgemacht, teilte der Industrieverband Society of Motor Manufacturers and Traders mit. In Norwegen hatten E-Autos im vergangenen Jahr sogar fast 100 Prozent der Neuzulassungen ausgemacht.

AFP