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Maya feiern neue Ära - Andere erwarten den Weltuntergang


An dutzenden archäologischen Stätten wird heute in Mexiko und anderen Ländern der Region das Ende eines Zyklus im Maya-Kalender gefeiert.

An dutzenden archäologischen Stätten wird heute in Mexiko und anderen Ländern der Region das Ende eines Zyklus im Maya-Kalender gefeiert. Im mexikanischen Chichen Itzá, in Tikal in Guatemala, in Copán in Honduras und an weiteren Stätten finden Veranstaltungen mit Ritualen, Konzerten und Feuerwerken statt. Die Nachfahren der einstigen indianischen Hochkultur der Maya teilen nicht die Auffassung von Esoterikern in aller Welt, wonach der 21. Dezember der Tag des Weltuntergangs ist.

Etwa 200 Ureinwohner Guatemalas protestierten gegen die offiziellen Feiern, von denen sie sich ausgeschlossen fühlen. Das Maya-Volk habe nicht an dem geplanten Ereignis teil, erklärte der Chef der Vereinigung der Indigenen Organisationen von Petén, José Cac, der Nachrichtenagentur AFP. Es handele sich um eine "rassistische und diskriminierende Feier", von der die Maya ausgegrenzt würden.

Mit Protestschildern gegen die offizielle Zeremonie versuchten die Demonstranten, an den Ort der Feierlichkeiten vorzudringen, den berühmten Maya-Ruinen von Tikal im Norden des Landes. Diese waren bereits abgeriegelt, erwartet wurde zu dem Anlass auch Staatschef Otto Pérez. Cac erläuterte, dass die Demonstranten eine Opfergabe vor dem Haupttempel von Tikal darbringen wollten. Damit sollten der alte Zyklus verabschiedet und der neue begrüßt werden.

Anhänger der Weltuntergangs-Theorie suchten bereits in vergangenen Tagen Orte in Frankreich, der Türkei und anderen Ländern auf, die angeblich Schutz vor der Apokalypse bieten. Zu den angeblich auserwählten Orten zählt das Städtchen Sirince nahe der Ägäis-Küste. Der Ort rechnete mit mehreren tausend Besuchern. Die deutsche Touristin Ina Teichert fuhr eigens nach Sirince, nachdem laut Gerüchten auch Hollywood-Star Tom Cruise in dem Ort Zuflucht suchen soll.

Ungewöhnlich viele Reisende sagten sich auch am Berg Rtanj in Serbien an. Es gebe keine freien Betten mehr, sagte Nebojsa Gajic, Chef des Hotels "Rtanj". Nach Auffassung von Esoterikern sendet der pyramidenförmige Berg wohltuende Strahlen aus und bietet Schutz vor der Apokalypse.

Ein weiterer "magischer Berg" in Frankreich war bereits am Mittwoch wegen des befürchteten Ansturms gesperrt worden. Der Aufstieg auf den Berg von Bugarach in den südfranzösischen Pyrenäen wurde bis zum 23. Dezember ganz verboten.

In China wurden Medienberichten zufolge in den vergangen Tagen hunderte Mitglieder einer Sekte festgenommen, die den Weltuntergang erwartet. Demnach rief die christlich inspirierte Sekte ihre Anhänger auf, in einer "Entscheidungsschlacht" den "roten Drachen" des Kommunismus zu erschlagen. Die Kommunistische Partei duldet keine Kritik an ihrer Alleinherrschaft und ging in der Vergangenheit wiederholt gegen Religionsgruppen vor.

Vorbereitet auf das Ende der Welt ist auch der Niederländer Pieter Frank van der Meer: Er hat in seinem Garten ein Rettungsboot für 50 Menschen vorbereitet. Für ein komfortables Weltenende stattete van der Meer das 13.000 Euro teure Boot auch mit Toilette, Waschbecken, Kindersitzen und Nahrungsvorräten aus. 35 Menschen reservierten einen Platz in der modernen Arche, um an der Seite des glühenden Christen den 21. Dezember zu überstehen.

Aus dem Maya-Kalender und biblischen Prophezeihungen habe er abgeleitet, dass "die Berge wie Wachs schmelzen werden", sagte van der Meer. In dem Boot sollen seinen Angaben nach auch seine Kinder und Enkel sowie die beiden Hunde der Familie unterkommen. "Hier haben sie eine angemessene Chance zu überleben", sagte er dem protestantischen Fernsehsender De Vijfde Dag. Einzig die Ziegen der van der Meers werden in dem von ihnen bewohnten Dorf Kootwijkerbroek im Zentrum der Niederlande ihrem Schicksal überlassen.

AFP AFP

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