In den vergangenen zehn Jahren gab es den Angaben nach nur leichte Veränderungen. Im Jahr 2015 lag die Erwerbstätigenquote von Müttern mit kleinen Kindern mit 36,0 Prozent noch etwas niedriger. Bei den Vätern sank sie zwischen 2015 und 2025 minimal von 89,5 Prozent auf 88,7 Prozent.
"Wenn die Kinder älter werden, werden Mütter wieder verstärkt erwerbstätig", beobachten die Statistiker. Die Erwerbstätigenquote von Müttern mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren lag im vergangenen Jahr bei 71,2 Prozent. Bei Vätern gibt es kaum einen Unterschied: Sind die Kinder unter 18 Jahre alt, liegt die Quote bei 91,4 Prozent.
"Diese Zahlen spiegeln einerseits die von der Forschung oft belegte ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen", erklärte Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Zudem zeige sich, "dass die Betreuungssituation trotz des Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung nach dem ersten Lebensjahr des Kindes nicht ausreichend ist. (...) Ausbaden müssen das vor allem die Mütter."