Porzellan aus Elysée-Palast gestohlen: Zwei Jahre Haft für Ex-Angestellten

Sèvres-Tafelgeschirr des Elysée-Palasts
Sèvres-Tafelgeschirr des Elysée-Palasts
© AFP
Weil er wertvolles Tafelgeschirr aus dem französischen Präsidentenpalast gestohlen und im Internet verkauft hat, ist ein ehemaliger Angestellter des Elysée in Paris zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht befand Thomas M. am Donnerstag für schuldig, zwischen 2023 und 2025 Porzellan und andere Gegenstände im Wert von mehreren hunderttausend Euro gestohlen zu haben. 

Aufgrund des langen Tatzeitraums, der Anzahl der gestohlenen Gegenstände sowie ihres finanziellen und historischen Werts handele es sich aus Sicht des Gerichts um eine "schwerwiegende" Tat, sagte die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsverkündung.

M. muss ein Jahr lang eine elektronische Fußfessel tragen, das zweite Jahr ist auf Bewährung. Er muss außerdem eine Geldstrafe von 10.000 Euro zahlen und darf nicht mehr in ähnlicher Funktion arbeiten. Zudem darf er nie wieder ein Auktionshaus betreten. Sein Komplize Damien G. wurde ebenfalls zu zwei Jahren verurteilt. Er muss acht Monate lang eine elektronische Fußfessel tragen, die übrigen 16 Monate wurden auf Bewährung ausgesetzt. 

Die beiden Männer verkauften den Großteil des Diebesguts über ein Geschäftskonto der Handelsplattform Vinted und über Facebook. Eigenen Angaben zufolge nahmen sie damit rund 15.000 Euro ein. Ihr wichtigster Kunde Ghislain M., der fast 80 Objekte abkaufte, erhielt eine einjährige Haftstrafe auf Bewährung. 

Der Diebstahl flog im vergangenen Jahr auf, als die königliche französische Porzellanmanufaktur Sèvres - die viele der wertvollen Teller für den Präsidentenpalast produziert - einige Stücke auf Auktionswebsites entdeckte. Die Ermittlungen führten schnell zu M., seit 2020 Vertragsangestellter in der für das Tafelgeschirr zuständigen Abteilung des Elysée-Palasts. Er war zudem der einzige Mitarbeiter mit direktem Zugang zu den Schlüsseln der Lagerräume.

Dem Hersteller zufolge hatte das gestohlene Porzellan einen Schätzwert in Höhe von 377.370 Euro. Die Verteidigung bezeichnete diese Summe als "absurd". Während des Prozesses im Februar hatte der ehemalige Kellner M. zugegeben, er habe das Porzellan wegen seiner Schönheit entwendet, sich dann aber wegen seiner finanziellen Probleme zum Verkauf entschlossen.

AFP