Südkoreas Parlament komme der Vereinbarung mit den USA nicht nach, erklärte Trump. Er erhöhe die Zölle, "weil die koreanische Legislative unser historisches Handelsabkommen nicht in Kraft gesetzt hat, was ihr gutes Recht ist", fügte der US-Präsident hinzu.
Seoul reagierte überrascht auf die Zollerhöhungen. Das südkoreanische Präsidentenbüro erklärte, es sei im Vorfeld nicht über die Maßnahme informiert worden und habe bislang keine weiteren Details erhalten. Handelsminister Kim Jung Kwan, der sich derzeit in Kanada aufhalte, werde "so bald wie möglich" für Gespräche mit US-Handelsminister Howard Lutnick nach Washington aufbrechen, erklärte das Büro.
Washington und Seoul hatten sich im Oktober vergangenen Jahres auf ein Handelsabkommen verständigt. Es sah unter anderem eine Absenkung der gegenseitigen Zölle auf Autos von 25 Prozent auf 15 Prozent vor. Darüber hinaus war ein südkoreanischer Investitionsplan in Höhe von 350 Milliarden Dollar (rund 300 Milliarden Euro) geplant, davon 150 Milliarden für Kooperationen im Schiffsbau.
Die Autoindustrie macht 27 Prozent der südkoreanischen Exporte in die USA aus. Fast die Hälfte der Autoexporte des Landes geht in die USA. Eine Rückkehr zu einem höheren Zollsatz würde südkoreanische Exporte zudem gegenüber Volkswirtschaften wie Japan und der EU benachteiligen, die beide Abkommen über US-Zölle in Höhe von 15 Prozent geschlossen haben.