US-Präsident Donald Trump hatte den 73-Jährigen, dessen Amtszeit regulär am 15. Mai endet, unter anderem als "Schwachkopf" und "Verlierer" beschimpft, weil er keine deutlichen Leitzinssenkungen veranlasste. Mutmaßlich auf Trumps Initiative hin starteten die Justizbehörden Ermittlungen gegen Powell wegen angeblich massiv überhöhter Kosten bei der Renovierung des Fed-Gebäudes in Washington.
Die Einstellung der Ermittlungen dürfte nun den Weg für den von Trump nominierten Powell-Nachfolger Kevin Warsh ebnen. Der republikanische Senator Thom Tillis hatte seine Zustimmung zu Warshs Ernennung an die Spitze der Notenbank davon abhängig gemacht, dass die Ermittlungen gegen Powell eingestellt werden.
Die Ernennung des Fed-Direktors bedarf der Zustimmung des Senats. Ohne Tillis' Stimme könnte die Befassung der Kongresskammer mit Trumps Fed-Kandidaten zur Hängepartie werden und Powell über den 15. Mai hinaus im Amt bleiben.