US-Medien berichteten, Gonzales werde in der Anklageschrift vorgeworfen, dass es ihm nicht gelungen sei, den Schützen abzulenken oder aufzuhalten, nachdem er Schüsse gehört hatte. Auch der ehemalige Polizeichef im US-Bundesstaat Texas, Pete Arredondo, muss sich vor Gericht verantworten. Beide Männer plädierten auf nicht schuldig. Wie der Sender ABC News berichtete, sagte Richter Sid Harle, er erwarte, dass der Prozess in Corpus Christi etwa 320 Kilometer von Uvalde entfernt etwa zwei Wochen dauern werde.
Ein Jugendlicher hatte im Mai 2022 in der Robb Elementary School 19 Grundschüler und zwei Lehrer erschossen. Es war der schlimmste Schusswaffenangriff an einer US-Schule seit einem Jahrzehnt.
Der Polizei wurden in der Folge schwere Versäumnisse vorgeworfen. Das US-Justizministerium veröffentlichte dazu im Januar 2024 einen vernichtenden Bericht, in dem von "gravierendem Versagen" die Rede war. Für Empörung sorgte, dass nach Beginn des Angriffs mehr als ein Dutzend Beamte über eine Stunde lang vor den Klassenzimmern gewartet hatten, in denen die Schüsse fielen. Die Beamte unternahmen nichts, während sich in der Schule tote oder sterbende Kinder befanden. Schließlich erschossen die Polizisten den Schützen.
Der nun begonnene Prozess ist ein seltenes Beispiel für den Versuch, Polizeibeamten für ihr Verhalten während eines Massakers zur Verantwortung zu ziehen. Die USA werden immer wieder von Schusswaffenangriffen an Schulen erschüttert. Etwa ein Drittel der Erwachsenen im Land besitzt eine Feuerwaffe, selbst für schlagkräftige Sturmgewehre sind die Vorschriften lax.