Grund für die Verzögerungen waren nicht funktionierende biometrische Geräte zur Feststellung der Identität der Wähler sowie nicht gelieferte Wahlurnen. Einige Wahllokale führten die Probleme auch auf eine von der Regierung am Dienstag verhängte Internetsperre zurück.
Der Generalsekretär der oppositionellen National Unity Platform, David Lewis Rubongoya, sagte, er habe bei seiner Fahrt durch die Hauptstadt Kampala festgestellt, dass an den meisten Orten "keine Wahlen stattfinden". "Alles, was sie tun, ist eine Farce", sagte er AFP mit Blick auf die Regierung von Langzeitherrscher Yoweri Museveni. Dies sei "absichtlich so".
Uganda wird seit Jahrzehnten vom Langzeitherrscher Yoweri Museveni regiert. Der 81-Jährige kontrolliert die Staats- und Sicherheitsorgane und unterdrückt die Opposition. Sein Rivale Bobi Wine - ein früherer Musiker - hat zwar zahlreiche Anhänger, dennoch werden ihm kaum Chancen eingeräumt.
Wine warf der Regierung "massive Wahlfälschung" vor und beschuldigte sie, unter dem Deckmantel der Internetsperre Mitglieder seiner Partei festgenommen zu haben.
Präsidentensprecher Faruk Kirunda räumte "technische Probleme" ein, dies treffe aber nicht auf alle Wahllokale zu. In den betroffenen Gebieten werde der Urnengang auf manuelle Überprüfung umgestellt, dort dürften die Menschen "nun wählen". In einem Wahllokal am Stadtrand von Kampala begann die Stimmabgabe nach der Umstellung auf manuelle Überprüfung mit vier Stunden Verspätung.
Die Wählerin Respy vermutete "Wahlmanipulation". "Sie versuchen, uns zu zermürben, damit wir nach Hause gehen", sagte die Frau der Nachrichtenagentur AFP.
Präsident Museveni gab an, er selbst habe ebenfalls technische Schwierigkeiten bei der Stimmabgabe gehabt. Beim Auslesen seines Fingerabdrucks habe es Probleme gegeben, sagte er Journalisten. Schließlich sei sein Gesicht von einer Maschine erkannt worden und er habe wählen können.
Kurz vor der Wahl hatten die Behörden am Dienstag eine landesweite Internetsperre verhängt und dies mit dem Kampf gegen "Falschinformationen" und "Aufrufen zur Gewalt" begründet. Das ostafrikanische Land hatte bereits während der Wahl im Jahr 2021 das Internet gesperrt. Die Abstimmung damals wurde von Vorwürfen der Manipulation und staatlicher Gewalt überschattet.