Die Ausrufung des Wasser-Notstands soll bewirken, die Infrastruktur für die Wasserversorgung schneller zu verbessern. "Es ist nicht mehr möglich, schwierige Entscheidungen aufzuschieben", sagte der griechische Umwelt- und Energieminister Stavros Papastavrou am Freitagabend dem Sender Skai TV. Daher werde mit der Ausrufung des Wasser-Notstands nun dem Aufbau von kritischer Infrastruktur Priorität eingeräumt.
"In Gebieten, in denen der Wasserverbrauch wegen des Tourismus deutlich zunimmt, ist mehr Aufmerksamkeit und Planung nötig, um im Sommer Situationen zu vermeiden, die nicht zu bewältigen sind", mahnte der Minister.
Nach Angaben aus Papastavrous Ministerium erlebt Griechenland derzeit eine Trockenperiode, die nur vergleichbar mit der Krise in den Jahren 1988 bis 1994 sei. Laut dem Athener Wasserversorger Eydap ist die jährliche Niederschlagsmenge in Griechenland seit 2022 um etwa ein Viertel zurückgegangen, während die Verdunstung um 15 Prozent und der Wasserverbrauch um rund sechs Prozent zugenommen haben.
Die griechische Regierung hatte schon vergangenen Monat angekündigt, im Laufe des nächsten Jahrzehnts 2,5 Milliarden Euro in die Wasser-Infrastruktur zu investieren. Unter anderem sollen bis 2029 zwei Zuflüsse des Acheloos im Westen des Landes umgeleitet werden. Außerdem sollen Bohrungen und Entsalzungsanlagen die Wasserversorgung verbessern. Laut Umweltministerium werden derzeit auf mehr als 40 Inseln mehr als 150 Wasser-Projekte mit einem Umfang von mehr als 320 Millionen Euro umgesetzt.