HOME

Die Morgenlage: "Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten"

Bundestag will Corona-Rettungspaket beschließen +++ USA: New York entwickelt sich zum Brandherd der Coronakrise +++ Dow Jones mit größtem Tagesplus seit 1933 +++ Die Nachrichtenlage am Mittwochmorgen.

Coronavirus: stern-Korrespondent Jan-Christoph Wiechmann über die Lage in New York

Guten morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser, 

der US-Vizepräsident Mike Pence ist alarmiert: New York entwickelt sich zunehmend zum Brandherd der Coronavirus-Krise in den USA – inzwischen kämen 60 Prozent aller neuen Fälle aus der Metropole. "Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten", sagt er und rät ehemalige Besucher zur Selbstquarantäne auf. 

Die Schlagzeilen zum Start in den  Tag:

Corona-Fälle in USA steigen dramatisch - Trump sieht "Licht am Ende des Tunnels"

Trotz dramatisch wachsender Fallzahlen in den USA hat sich US-Präsident Donald Trump im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus optimistisch gegeben. "Wir fangen an, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen", sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Unklar ist, worauf der Präsident diese Aussage basierte. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität sind in den USA inzwischen mehr als 52.000 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt - damit liegen die Vereinigten Staaten nur noch hinter China und Italien. Mehr als 670 Menschen starben. Experten zufolge steht den USA das Schlimmste noch bevor. Die Weltgesundheitsorganisation schließt nicht aus, dass die USA das neue Epizentrum der Pandemie werden könnten.

Weißes Haus: 60 Prozent aller neuen Coronavirus-Fälle aus New York

Die Metropole New York entwickelt sich zunehmend zum Brandherd in der Coronakrise in den USA: US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus, inzwischen kämen 60 Prozent aller neuen Fälle in den USA aus dem Großraum New York.

Die Infektionsrate in der Ostküstenmetropole liege bei eins zu eintausend - rund fünf bis zehn Mal höher als in dem ebenfalls schwer betroffenen Bundesstaat Washington an der Westküste der USA. Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, dazu auf, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. "Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten."

Dow Jones schließt mit höchstem Tagesgewinn seit 1933

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem Tag wieder wett gemacht und den kräftigsten Tagesgewinn seit 1933 gemacht. Das weltweit bekannteste Börsenbarometer eroberte am Dienstagabend mehr als 2000 Punkte zurück und stieg um 11,37 Prozent auf 20 704,91 Punkte. Auftrieb gaben zuversichtliche Aussagen von US-Senatoren, dass ein gewaltiges Konjunkturpaket gegen die Folgen der Coronavirus-Krise kurz vor der Verabschiedung stehe. Medienberichten zufolge sollen mindestens 1,5 Billionen Dollar (1,4 Bio Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden. 

Corona-Kranke fliehen aus spanischen Krankenhäusern

Zahlreiche Corona-Patienten fliehen in Spanien aus den Krankenhäusern. Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Kliniken gegeben, sagte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González, auf einer Pressekonferenz in Madrid. Das bereite den Sicherheitsbehörden unnötigerweise eine "Riesenarbeit", um diese Patienten ausfindig zu machen und wieder in die Krankenhäuser zu bringen. González klagte, neben solchen Patienten gebe es auch sonst "ziemlich viele verantwortungslose" Bürger, die etwa die vor eineinhalb Wochen verhängte Ausgangssperre verletzten. Spanien beklagt mit 2800 Fällen derzeit die weltweit dritthöchste Todeszahl aufgrund von Covid-19.

Das wird heute wichtig: 

Bundestag will Rettungspaket gegen Corona-Krise beschließen

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen kommt der Bundestag (9.00 Uhr) zu einer stark verkürzten Sitzungswoche zusammen. Die Abgeordneten wollen das historisch einmalige Hilfspaket für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise beschließen. Für das von der schwarz-roten Koalition geplante Aussetzen der im Grundgesetz vorgeschriebenen Schuldenbremse zeichnet sich vor der Plenarsitzung eine Mehrheit ab. Damit wäre auch der Weg für einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro frei.

Vorgesehen ist auch eine 90 Minuten lange Generaldebatte über den Umgang mit der Corona-Epidemie in Deutschland. Dabei wird Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) an Stelle von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen, die noch in häuslicher Quarantäne ist.

EU-Agrarminister beraten über Corona-Folgen für Bauern

Die Agrarminister der 27 EU-Länder beraten über Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Landwirtschaft und Fischerei. Im Mittelpunkt stehen Probleme beim Einsatz von Saisonarbeitern und beim grenzüberschreitenden Transport verderblicher Lebensmittel sowie Hilfen für Unternehmen in Schwierigkeiten. In Deutschland fehlen Erntehelfer, weil Saisonkräfte aus Ost- und Südeuropa wegen geschlossener Grenzen nicht mehr anreisen können. Lastzüge brauchen wegen der Kontrollen an vielen Grenzen länger für ihre Fahrt durch Europa. Manche Betriebe könnten wegen der Ernte- und Absatzprobleme in wirtschaftliche Not geraten.

Die Agrarminister diskutieren ihre Themen in einer Videokonferenz, weil wegen der Corona-Krise derzeit keine Ratssitzungen in Brüssel stattfinden. Beschlüsse werden nicht erwartet. 

Mehr als 5500 Corona-Tote: Lage in Italien weiter dramatisch – Krematorien heillos überfüllt

Großvater wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs vor Gericht 

Vor dem Landgericht München II beginnt ein Prozess um hundertfachen Kindesmissbrauch. Ein 56 Jahre alter Mann aus Seefeld im Landkreis Starnberg steht vor Gericht, weil er sich über Jahre an seinen Stiefenkeln und deren Freunden vergangen haben soll. Zu den mehr als 700 Taten, die einen Zeitraum von 15 Jahren umfassen, soll es im Haus des Angeklagten gekommen sein - aber auch im Wald und in einer Kirche. Der Mann ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung angeklagt. Er sitzt seit August 2018 in Untersuchungshaft.

Mutmaßlicher Doppelmörder in Göttingen vor Gericht

Vor dem Landgericht Göttingen beginnt der Prozess gegen einen mutmaßlichen Doppelmörder. Dem 52-Jährigen wird vorgeworfen, am 26. September vergangenen Jahres seine 44 Jahre alte Ex-Lebensgefährtin auf der Straße in Brand gesetzt und dann erstochen zu haben. Anschließend soll er deren 57-jährige Arbeitskollegin getötet haben. Dem Beschuldigten gelang zunächst die Flucht. Er wurde einen Tag später in Göttingen von Polizisten gestellt und überwältigt und sitzt seither in Untersuchungshaft.


Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag! Und bleiben Sie gesund! 

Ihre stern-Redaktion

rw / dho / DPA / AFP