Wilde Verfolgungsjagd in Bayern: Verdächtige schießen auf Spezialkräfte der Polizei

Spezialkräfte der bayerischen Polizei
Spezialkräfte der bayerischen Polizei
© AFP
Bei einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd mit der Polizei haben Verdächtige in Bayern auf Beamte eines Spezialeinsatzkommando geschossen. Wie die Polizei in Nürnberg mitteilte, flohen die Männer am Dienstag vor einer Hausdurchsuchung in der Gemeinde Absberg. Während der anschließenden Verfolgungsjagd schoss einer von ihnen auf ein Auto mit SEK-Beamten, bevor es zu einem Unfall mit einem unbeteiligten Fahrzeug kam. Die Ermittler prüfen Verbindungen der Männer zu "gewaltbereiten Gruppierungen".

Nach Polizeiangaben vom Mittwoch wurden die beiden Verdächtigen im Alter von 23 und 24 Jahren bei dem Unfall eingeklemmt und verletzt. Sie wurden festgenommen und sollten einem Haftrichter vorgeführt werden, ihnen wird unter anderem versuchter Mord sowie Beihilfe zu versuchtem Mord vorgeworfen. Auch die Insassen des unbeteiligten Autos wurden verletzt und kamen in ein Krankenhaus. Zudem erlitten drei Beamte beim Zugriff Verletzungen, die ärztlich versorgt wurden.

Die Hintergründe des Geschehens waren laut Polizeiangaben zunächst unklar. Bei den Ermittlungen werde unter anderem geprüft, "inwieweit die Tatverdächtigen in gewaltbereite Gruppierungen eingebunden sind", hieß es. Das Auto der Verdächtigen hatte niederländische Kennzeichen, die beiden Verdächtigen sind türkische Staatsangehörige.

Einem Polizeisprecher zufolge gehen die Beamten dabei auch der Frage nach, ob es sich um Automatensprenger handeln könnte. Die sei derzeit allerdings nicht die naheliegendste Variante, sagte er. So sei kein Sprengstoff gefunden worden. Das Auto der Verdächtigen sei zudem nicht hochmotorisiert gewesen. Das ist für Automatensprenger üblich.

Nach Polizeiangaben wurde die Durchsuchung des Wohnanwesen in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen am Dienstag durch nicht näher genannte kriminalpolizeiliche Erkenntnisse ausgelöst. Da es Hinweise auf mögliche Schusswaffen gab, war ein Spezialkommando eingebunden.

Die beiden Verdächtigen befanden sich demnach in einem Auto vor dem Gebäude und entzogen sich bei Beginn der Razzia der Kontrolle durch Flucht. Ein weiterer 30-jähriger Verdächtiger wurde kurz darauf beim Verlassen des Objekts festgenommen. Er wurde dabei leicht verletzt.

Die beiden anderen Beschuldigten flüchteten laut Polizei mit teils mehr als einhundert Stundenkilometern über Landstraßen sowie durch mehrere Ortschaften. Dabei schoss einer der Männer während der Fahrt auf ein Verfolgerauto mit SEK-Beamten. Später wurde an diesem ein Einschuss in der Motorhaube entdeckt. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die Flucht endete dann am Stadtrand von Weißenburg.

Nach Ermittlerangaben kollidierte das Fluchtfahrzeug dort in einem Kreisverkehr mit einem unbeteiligten anderen Auto. Spezialkräfte hätten zu diesem Zeitpunkt auf die Reifen des bereits stehenden Wagens der Verdächtigen geschossen, um die Weiterfahrt zu verhindern.

bro/ran

AFP