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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000124769 Gast

Auflösevertrag

Ich möchte gerne mein Arbeitsverhältnis aus familiären Gründen beenden. Leider kann ich erst 6 Wochen vor Quartalsende kündigen. Das ist mir leider zu spät. Könnte ich trotzdem mein Arbeitsvertrag auflösen wenn ich ein ärztliches Attest nachweisen würde.
Antworten (9)
ing793
Eine Trennung ohne gegenseitiges Einvernehmen ist erst zum Quartalsende möglich. Bedenke dabei, dass Du vollen Urlaubsanspruch aus 2019 hast, nicht nur anteilig. Damit könntest Du Mitte August regulär, auch gegen den Willen des AG gehen. Alles vorher wäre Arbeitsverweigerung (wobei ich jetzt davon ausgehe, dass das ärztliche Attest nicht für Dich ist sondern für einen nahen Angehörigen).
Ein solcher Fall ist aber sehr theoretisch.

Ich würde stattdessen erwarten, dass der AG Verständnis für die Situation hat. In gegenseitigem Einvernehmen ist alles möglich, auch ein Ausscheiden zu einem früheren Termin mit einem Aufhebungsvertrag.

Übrigens gibt es auch die Möglichkeit, dabei eine unbezahlte Auszeit zu vereinbaren, falls Du nach Ende der "familiären Gründe" wieder zurück möchtest.
Geplant war auch ein gesetzliches Anrecht auf Pflegezeit, ganz oder teilzeit, mit anschließendem Rückkehrrecht, da weiß ich aber jetzt nicht, ob das schon gilt.
dschinn
Ohne nun zu tief in die Materie einzusteigen...

Ich habe mehrfach den Arbeitgeber beendet ohne mich um diese elende Kündigungsfrist zu kümmern.. und kenne auch etliche Fälle von anderen Leuten.
Wenn jemand geht, kann man ihn eben nicht halten, wie auch?

Da haben wir ja wohl Glück gehabt, dass am nächsten Tag nicht die Polizei vor der Tür stand oder sogar ein Brief vom Anwalt gekommen ist?
Alienne
dschinn, die Polizei hätte ganz dringend bei dir vor der Tür stehen müssen, wenn du schon mehrfach Arbeitgeber beendet hast ... vom Knast mal ganz abgesehen ... :-))
Matthew
Du möchtest ja vielleicht auch in Zukunft noch Arbeitsstellen bekommen. Deshalb ist dschinns Selbsdarstellung zur nicht zur Nachahmung empfohlen.
Wie ing schon gesagt hat: miteinander reden hilft!
Der Arbeitgeber hat ein Interesse daran, dass ein laufender Auftrag abgeschlossen wird und man ihn nicht einfach hängen lässt. Das ist ja nun mal nachvollziehbar und wäre dann auch mein Ehrgeiz.
Über alles andere kann man mit seinem Arbeitgeber in der Regel entspannt reden.
Das wirkt sich dann auch positiv aufs Zeugnis aus.
rayer
Ein Auflösungsvertrag geht immer, das ist reine Verhandlungssache. Wer aus familiären Gründen aus dem Job aussteigen will, muss auch keine Rücksicht auf ein Arbeitszeugnis legen. Beim Wiedereinstieg, falls der überhaupt erfolgt, fragt kein Mensch mehr, ob das letzte Arbeitsverhältnis unter Missachtung der Kündigungsfrist beendet wurde. Ob man diese Beschäftigung überhaupt im Lebenslauf angibt, ist auch nicht zwingend. Also alles Blabla. Den Arbeitgeber ansprechen, den Auflösungstermin angeben und Basta.
Ein Arbeitszeugnis kann im Übrigen auch ein einfaches Zeugnis sein. Da stehen nur Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit drin. Sonst nichts. Der Grund für die Beendigung hat nichts im Zeugnis zu suchen, formuliert wird meist "auf eigenen Wunsch". Bei einem qualifizierten Zeugnis wird auch noch die Leistung und das Verhalten beurteilt, allerdings nicht doppeldeutig und immer wohlwollend.
Matthew
Bevor ich jemanden einstellen würde, der sich nicht aus ungekündigter Stellung bewirbt, würde ich immer bei vorherigen Arbeitgebern anrufen.
Davon abgesehen gäbe es bei einem Gespräch und konstruktiver Trennung, die Möglichkeit der Rückkehr.
ing793
Nur zur Info:
- Pflegezeit
man kann eine komplette Auszeit für maximal sechs Monate nehmen
- Familienpflegezeit
man kann bis zu 24 Monate auf 15 h/Woche reduzieren

Beides notfalls gegen den Willen des Arbeitgebers.

Mit Zustimmung des AG geht alles!
Tom Bombadil
ing
meinst du das arbeitszeugnis wird irgendwie besser, wenn der AG weiss, du nimmst nur die pflegezeit um früher aus dem job herauszukommen? das ist doch quark. die einzig sinnvolle möglichkeit ist, den AG zu einem auflösungsvertrag zu bewegen.
Alienne
Tom, gehe in dich und lies die Ausgangsfrage und den Verlauf der Antworten, dann wirst du darauf kommen, warum hier die familiäre Frage ins Spiel gekommen ist.