HOME

Noch Fragen?

Frage Nummer 3000067384 Gast

Krankengeld falsch berechnet?

hallo,
Ich habe ein wichtiges Anliegen zum Thema der krankengeldberechnung. Ich habe am 17.10.16 angefangen zu arbeiten und war davor von 01.02.2016-30.10.16 bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt. Nun wurde zum 15.12.16 vom Arbeitgeber gekündigt aber davor krankgeschrieben. Beim letzten Arbeitgeber Betrug das monatliche Bruttoeinkommen 1650€ und 1180€ netto. Beim vorherigen Arbeitgeber 900€ brutto und 700€ netto. Die Berechnung der Krankenkasse ergibt einen Tagessatz von 20,90€ was viel zu wenig ist. Die Krankenkasse berechnet nicht nur das Einkommen des letzten sondern auch des vorherigen Arbeitgebers. Ist das so korrekt?
Vielen Dank!
Antworten (10)
Rentier_BV
Hallo Gast
Also "Arbeitgeber Betrug" geht gar nicht.
Versuche doch mal, die Energie, die du in die Suche nach Foren und in die Frage gesteckt hast, in einer Anfrage an die Krankenkasse zu leiten.
Wer, außer der KK, soll das richtig beantworten?
Außerdem solltest du deine Frage auf Logikfehler überprüfen.
Uli0507
Berechnung des Krankengeldes von der Gesetzlichen Krankenversicherung ist in § 47 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – SGB V – geregelt. Das Krankengeld wird in Höhe von 70 Prozent des Regelentgeltes, maximal in Höhe von 90 Prozent des Netto-Entgeltes geleistet.
Berücksichtigungsfähiges Brutto-Arbeitsentgelt
Bei der Krankengeldberechnung wird das laufende Brutto-Arbeitsentgelt berücksichtigt, welches der Beitragspflicht unterliegt. Als laufendes Arbeitsentgelt gelten Entgeltleistungen, welche für die Arbeit in einem konkreten Abrechnungszeitraum geleistet werden. Diese sind grundsätzlich dem Abrechnungszeitraum zuzuordnen, in dem die Arbeitsleistung auch tatsächlich erbracht wurde.
Maßgebender Abrechnungszeitraum
Für die Krankengeldberechnung ist grundsätzlich das Arbeitsentgelt des Abrechnungszeitraumes maßgebend, welcher vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit bereits abgerechnet wurde. Diesbezüglich spricht man vom sogenannten Bemessungszeitraum. Der Bemessungszeitraum muss mindestens vier Wochen umfassen. Ausnahmen sind allerdings möglich, beispielsweise dann, wenn das Arbeitsverhältnis vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit noch keine vier Wochen bestand.
Da in die Krankengeldberechnung auch beitragspflichtige Einmalzahlungen einzubeziehen sind, muss hierfür der Bemessungszeitraum auf zwölf Monate ausgedehnt werden. Das bedeutet, dass sämtliche beitragspflichtige Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei der Krankengeldberechnung berücksichtigt werden müssen. Dabei ist irrelevant, ob diese vom selben Arbeitgeber geleistet wurden oder ob zwischenzeitlich ein Wechsel bei der zuständigen Krankenkasse des Versicherten erfolgt ist.
Arbeitsentgelt nach Stunden bemessen
Ist das Arbeitsentgelt eines Anspruchsberechtigten auf Krankengeld nach Stunden bemessen, wird nach § 47 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SGB V das im Bemessungszeitraum erzielte Arbeitsentgelt (welches um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt vermindert ist) durch die Zahl der Stunden geteilt, für die es gezahlt wurde. Das Ergebnis ist mit der Zahl der sich aus dem Inhalt des Arbeitsverhältnisses ergebenden regelmäßigen wöchentlichen Arbeitsstunden zu vervielfachen und durch 7 zu teilen.
Beispiel:
• Brutto-Arbeitsentgelt (ohne Einmalzahlungen): 2.500,00 Euro
• Das Brutto-Arbeitsentgelt wurde in 178 Stunden erzielt
• Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden
Berechnung:
Das Krankengeld wird wie folgt berechnet:
(2.500,00 Euro x 38,5 Stunden) / (178 Stunden x 7) = 77,25 Euro.
Das Regelentgelt (ohne Berücksichtigung von Einmalzahlungen) beträgt 77,25 Euro.
Arbeitsentgelt nach Monaten bemessen
§ 47 Abs. 2 Satz 3 beschreibt, dass das Regelentgelt, sofern dieses nach Monaten bemessen oder nicht nach den Sätzen 1 und 2 (s. oben) berechnet werden kann, zu errechnen ist, indem das Arbeitsentgelt (welches um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt vermindert ist) im Bemessungszeitraum durch 30 zu dividieren ist.
Beispiel:
Brutto-Arbeitsentgelt (ohne Einmalzahlungen): 2.250,00 Euro
Berechnung:
2.250,00 Euro / 30 Tage = 75,00 Euro.
Das Regelentgelt (ohne Berücksichtigung von Einmalzahlungen) beträgt 75,00 Euro.
Begrenzung auf Höchstregelentgelt
Das Brutto-Krankengeld beträgt grundsätzlich von dem errechneten Regelentgelt, ggf. nach Kürzung auf das Höchst-Regelentgelt 70 Prozent.
Sozialversicherungsbeiträge
Aus dem berechneten Brutto-Krankengeld sind Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten, da ein Krankengeldbezieher, meist sind dies Arbeitnehmer, aufgrund des Krankengeldbezugs sozialversicherungspflichtig sind. Die Versicherungspflicht ergibt sich in der Sozialen Pflegeversicherung aus § 20 Abs. 1 Satz 3 SGB XI, in der Gesetzlichen Rentenversicherung aus § 3 Satz 1 Nr. 3 SGB VI und in der Arbeitslosenversicherung aus § 26 Abs. 2 Nr. 1 SGB III. Aus der Versicherungspflicht ergibt sich eine Beitragspflicht des Krankengeldes. Eine Beitragspflicht zur Krankenversicherung selbst besteht für die Krankengeldleistung nicht, da diese Leistung nach § 224 SGB V beitragsfrei ist.
Die Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden sowohl vom Leistungsträger, also der gesetzlichen Krankenkasse, als auch vom Versicherten getragen. Der Versichertenanteil wird vom Brutto-Krankengeld bereits vor Auszahlung in Abzug gebracht und entsprechend abgeführt. Zur Auszahlung kommt dann das Netto-Krankengeld.
Rentier_BV
Hallo Uli
Eigentlich hast du dir 6...8 Fleißkärtchen verdient, allerdings ist deine Antwort voll an der Frage vorbeigegangen.
Der Frager wollte wissen "Ist das so korrekt", das hst du nicht beantwortet.
In den Bestimmungen zum Thema wollte der Frager ja wohl nicht nachschlagen oder die KK fragen.
Cordelier
Cut and Paste ist das Problem. Ich denke nicht das sich Ulli das in ner halben Std. aufgesetzt hat. Jeder wir erwischt. ;-)
Cordelier
wird tztztz,
Uli0507
hab ich beantwortet:
"Da in die Krankengeldberechnung auch beitragspflichtige Einmalzahlungen einzubeziehen sind, muss hierfür der Bemessungszeitraum auf zwölf Monate ausgedehnt werden"
Und:
nach 10 Jahren im Bereich Personal hab ich solche Antworten natürlich auf dem Rechner liegen und muss sie nur noch bearbeiten!
Skorti
Ich hatte doch 'nen Dreher drin. Ich hatte es erst so verstanden, dass der frühere Job der besser bezahlte war.

Aber um die Aussage Uli zusammenzufassen:
Nein. Das ist korrekt.
Nein zu: Krankengeld falsch berechnet?
Das ist korrekt zu dem ganzen Rest.
Da der Bemessungszeitraum zwölf Monate beträgt, ist sogar das Einkommen von Mitte Dezember 2015 bis Ende Januar 1016 ausschlaggebend. Davon erfahren wir nun mal nichts.
Aber ich komme beim Überschlagen auf 21,95, wenn das Nettogehalt vorher auch schon bei 700,00 Euro lag.

Wenn nicht ... 20,90 Euro klingen gut.
Cordelier
Ja, dann tschuldige
Satan
Ja, das ist so korrekt.
Ich hätte Dich auch entlassen, wenn Du nach 14 Tagen Arbeit mindestens 6 Wochen krank feierst.
Metal-Wolle
Hallo Gast,

zuerst würde ich Dir dringend empfehlen, das direkt mit Deiner Krankenkasse zu klären, anstatt hier auf eine Lösung zu hoffen. Die wird's nämlich nicht geben.

Dann zu Deiner Info: das Krankengeld beträgt bei Beschäftigten in aller Regel 70% des Brutto- jedoch nicht mehr als 90% des Nettogehaltes und wird auf den einzelnen Tag ausgerechnet. Du bekommst also ein TÄGLICHES Krankengeld. Von diesem müssen wie von Deinem Gehalt Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgeführt werden, lediglich in der Krankenversicherung bist Du für die Dauer des Krankengeldbezuges beitragsfrei versichert. Unterm Strich beträgt das TÄGLICHE Krankengeld daher im DURCHSCHNITT ca. 70-75% des Nettogehaltes.

Die Berechnungsgrundlage ist bei einem gleichbleibenden festen Monatsgehalt der letzte abgerechnete Gehaltszeitraum, bei schwankendem Gehalt die letzten drei abgerechneten Zeiträume - Betonung liegt auf abgerechnet!

Vllt. wusste Deine Krankenkasse zum Zeitpunkt der Krankengeldberechnung auch noch nichts von einem zweiten Arbeitgeber. Deshalb nochmal: setz Dich mit der Kasse in Verbindung.