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Krankengeldzahlung - früher selbständig, seit 3 Jahren wieder angestellt - Kasse will nicht zahlen

Hallo, mein Freund war selbständig, ist aber seit drei Jahren wieder angestellt. Nun ist er wegen Burnout krankgeschrieben, die AOK Bayern verweigert das Krankengeld, da er selbständig war. Argumentation der AOK Bayern: Er hätte zwei Jahre nicht in die Kasse gezahlt und war selbständig. Wie gesagt, er ist seit über drei Jahren wieder angestellt und die Beiträge werden - wie bei allen anderen auch - vom Arbeitgeber gezahlt. Gibt es hier ein Gesetz, auf das man sich berufen kann?
So wie ich das bisher sehe, muss die Kasse zahlen, da es keine Frist gibt, wie lange man versichert ist bzw. diese 4-Frist gilt (aber der Arbeitgeber zahlt sowieso 6 Wochen, bis es Krankengeld gibt). Er gehört auch m.E. nicht zu den unter § 44 Abs. 1 Satz 2 SGB V genannten Personen.
Frage Nummer 3000268771

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Antworten (8)
ingSND
Man muss seine Grenzen kennen.
Diese Frage ist potentiell existenzbedrohend. Jeder andere Rat, als hier umgehend einen Rechtsbeistand zu suchen, wäre grob fahrlässig. Ein Anruf beim örtlichen Sozialverband VdK kann nicht schaden. Vielleicht nennen sie dort auch einem Nicht-Mitglied einen fähigen Anwalt. Ansonsten such einen Fachanwalt für Sozialrecht
PezzeyRaus
Ehrlich gesagt, verstehe ich es nicht, wie man nicht krankenversichert sein kann, unabhängig, ob man selbstständig ist oder über der Bemessungsgrenze liegt. Ich spar mir das Geld und wenn es dann Probleme gibt, soll doch die Allgemeinheit für mich bezahlen. Das ist schlichtweg asozial!
rayer
Das wirst du kaum glauben, von den Scheinselbstständigen und Freiberuflern sind nach meiner Schätzung die Hälfte weder krankenversichert noch zahlen irgendwas als Altersvorsorge. Ich hab im Laufe meines Lebens genügend solcher Lebenskünstler kennengelernt und bin dadurch ein flammender Verfechter, dass jeder, wirklich jeder in die Sozialkassen einzahlen muss. Am Ende liegen die Säcke, die Jahrzehnte kein Geld für Vorsorge, aber genug für den Porsche hatten der Allgemeinheit auf der Tasche.
ingSND
@Pezzey: wie kommst Du darauf, dass er gar nicht krankenversichert war? Und wenn ja, was hat das mit der aktuellen Situation zu tun?

In D herrscht grundsätzlich Versicherungspflicht. Naheliegend wäre eigentlich, dass er sich in der Zeit privat versichert hat.
Naja, andererseits hat Rayer in einer Sache durchaus recht: es gibt eine Menge Selbständige, die sich das Geld für die Vorsorge so weit wie möglich sparen. Die meisten Alleinselbständigen, die das tun, brauchen ihr Geld allerdings nicht für den Porsche, sondern für ein Überleben knapp oberhalb von Hartz IV.
Sollte das hier der Fall gewesen sein, dann wäre die AOK Bayern gesetzlich verpflichtet gewesen, die Beiträge für die zwei Jahre nachzufordern und einzutreiben. Gut möglich, dass die Ratenzahlung da noch liefe. Das aber hat nach meinem Verständnis eigentlich nichts mit der Leistungspflicht zu tun.
Und weil wir nicht wissen, was in den zwei Jahren war und bei weitem nicht alle Regelungen kennen, die im Sozialrecht wirken, tun wir in diesem Fall hier gut daran, auf Profis zu verweisen.
rayer
Das ist leider nur die Meinung eines Unwissenden. Tatsächlich umgeht man die Sozialversicherungspflicht mit allen möglichen Mittel. Es gibt da die unglaublichsten Konstrukte. Unterhalb des Existenzminimums also versichert man sich einfach nicht, weil niemand kontrolliert. Wohnsitz in Marokko, Philippinen, Hongkong oder Singapur etc. Die Firma ist in Deutschland der Porsche auch, das Einkommen geht an eine marokkanische Holding. Du bist zu blauäugig mit Deiner Versicherungspflicht. Wenn dann mit 72 Jahren kein Einkommen mehr erzielt werden kann, kommt man nach D und erwartet Grundrente und Krankenversicherung.
rayer
Sorry, man erwartet Grundrente und Krankenversicherung war falsch. Man kommt arbeitsunfähig nach Deutschland mit 72 und "erhält" Krankenversicherung und Grundrente. Wer schlau ist und Vermögen im Ausland hat, bucht noch vom Auslandskonto die Kohle über eine Kreditkarte aus den genannten Ländern und lebt in Saus und Braus, der Steuerzahler blecht ja. Du hast keinen Schimmer was geht.
ingSND
Stimmt, von kriminellen Machenschaften habe ich tatsächlich keine Ahnung und das ist auch gut so. Trotzdem ahne ich, was geht und ich zweifele nicht daran, dass es eine ganze Reihe von solchen Schmarotzern gibt.
Aber die überwiegende Mehrheit derjenigen hier, die in D leben und ihre KV-Beiträge nicht mehr zahlen, tun dies, weil sie es nicht können. Die Rente ist was anderes, die kommt irgendwann, kurz, bevor ich tot bin. Aber krank wird jeder auch jetzt.
rayer
Wenn dein Geschäftsmodell es nicht zulässt, die Krankenversicherung zu zahlen, musst du das Geschäft einstellen und basta. Das Problem es kontrolliert keiner und du kannst jahrelang ohne Versicherung dein Geschäft betreiben, nur wenn es dann zum Worst Case kommt, ist auf einmal die Grundversicherung wieder im Spiel. Und ja, es mangelt oft nicht am Geld, es mangelt an der Einsicht.