HOME

Noch Fragen?

Frage Nummer 3000071456 Gast

Thema Riester und Scheidung

Meine Frau und ich haben uns zm 01.06.2016 getrennt. Beide haben einen Riestervertrag.
Das Scheidungsverfahren ist noch im Gange. Grundsätzlich haben wir uns einvernehmlich getrennt. Ich habe letztes Jahr meinen Riesetrvertrag gekündigt und ihn auszahlen lassen. Ca. 10.000 €. Meine Frau hat ca. 5.000 € in ihrem Riester incl. Kinderzulagen. SIe hat ihren nicht gekündigt und zahlt weiter ein. Muss ich meiner Ex Frau aus meinem Riestervertrag einen Ausgleich zahlen ? Insgesamt hatten wir ja ca. 15000 € in den Verträgen, stehen ihr demnach 2.500 € Ausgleich zu ?
Antworten (9)
Skorti
Das wird dir der Richter im Scheidungsverfahren schon mitteilen.
ing793
Bei einer Scheidung wird regelmäßig der Zugewinn, der während der Ehe erzielt wurde, geteilt.

Gäbe es nichts anderes an Vermögen, als diese insgesamt 15.000 Euro (und keiner hätte ein nachweisbares Anfangsvermögen bei der Heirat gehabt), bekäme jeder davon die Hälfte.
Das ist allerdings selten der Fall, daher kann hier keine konkrete Aussage getroffen werden.
rayer
@ing
Ich bin kein Anwalt und kann das daher nicht hundertprozentig beantworten. Meines Wissens nach ist ein Riester Vertrag wie auch eine Kapital Lebensversicherung nicht im Zugewinn. Riester Renten sind sowieso namentlich gebunden und können nicht vererbt oder übertragen werden. Wenn eine Auszahlung erfolgt ist kann das anders sein, man müsste wissen wann. Sollte nach dem 01.06.2016 ausgezahlt worden sein, also nach der Trennung, fließt das nicht mehr in den Zugewinn. In der Trennung kann man einen Millionengewinn alleine behalten und es besteht keinerlei Anspruch des getrennt lebenden Partners auf den Gewinn.
DerDoofe
Die alles entscheidende Frage: Wo sind die 10000 €?
Es noch was da, kann es unter Umständen geteilt werden. Ist es ausgegeben, ist es weg!

Ansonsten der übliche, von keinerlei Einzelheiten getrübte Sachverhalt für die Kanzlei Schnack, Sabbel und Laber.
rayer
DerDoofe
Mit dem Sabbeln und Labern hast Du recht. Ob ausgegeben oder nicht spielt keine Rolle. Selbst wenn ausgegeben, muss man bei einer Scheidung für den Zugewinn bis zum Trennungstag geradestehen. Soweit zum Labern.
Wie ich aber schon sagte, es besteht zu großer Wahrscheinlichkeit so oder so kein Anspruch des getrennt lebenden Partners.
ing793
@rayer: solltest Du Dich jemals scheiden lassen, dann beachte:
- Kapitallebensversicherungen fallen mit ihrem Rückkaufwert in den Zugewinnausgleich
- Lottogewinne fallen in den Zugewinnausgleich
Entscheidend für die Berechnung ist das Datum der Scheidung, nicht der Trennung. Wann also eine Versicherung oder ein Lottogewinn ausgezahlt wird, ist völlig unerheblich. Solange die Scheidung nicht erfolgt ist, wird geteilt.

Renten- und Riesterverträge fallen genau wie die gesetzlichen Rentenansprüche in den Versorgungsausgleich, werden also auch geteilt.

Als Faustregel: was ich am Anfang hatte, was mir vererbt oder per Schenkung persönlich zugewendet wurde, darf ich alleine behalten. Alles andere wird geteilt.
ing793
... und selbst bei dem, was ich schon hatte, was ich geerbt oder geschenkt bekommen habe, darf ich lediglich den Wert zum Zeitpunkt des Erhalts für mich behalten - den Wertzuwachs bis zur Scheidung muss ich auch teilen.
Bei einem vor zehn Jahren geerbten Haus, das damals 100K Euro wert war und heute 150k wert ist, muss ich 25K Euro abgeben.
rayer
@ing
Du bist da völlig falsch. Nicht die Scheidung, sondern der Trennungstag. Hatten wir ja erst vor ein paar Monaten geklärt. Die Lebensversicherung überhaupt nicht und das aus eigener Erfahrung.
Rentenanspruch ist nicht gleich Riester Vertrag. Jetzt mach Dich schlau und dann spekulier weiter.
ing793
@rayer: die Wahrheit liegt, wie meistens, in der Mitte ...

Der Zugewinn wird berechnet zwischen Hochzeit und dem Tag des Scheidungsantrages (also weder der Trennungszeitpunkt noch der Scheidungstermin).

Kapitallebensversicherungen fallen darunter, wenn sie während der Ehe abgeschlossen wurden.

Riesterrenten fallen definitiv unter den Versorgungsausgleich.