StechusKaktus

Wie kann es ein Staat schaffen, von seinen Bürgern nicht als Feind betrachtet zu werden?

Nach meiner Vorstellung ist "der Staat" die Interessenvertretung der Gesamtheit der Bürger. Die Bürger geben Geld (Steuern), damit allgemeine Aufgaben (Strassen, Infrastruktur) erledigt werden können. es gibt Staaten, in denen das ganz gut funktioniert. Die Schweiz würde mir da einfallen. Folge davon ist tendenziell, dass die Bürger Einfluss haben und auch eine Eigenverantwortung wahrnehmen. Ein relativ hoher Wohlstand ist die Folge.

Und es gibt Staaten, in denen das gar nicht funktioniert. Griechenland fällt mir als Beispiel ein, wo die Bürger den Staat grundsätzlich als Feind betrachten. In Italien und Frankreich gibt es ebenfalls deutliche Tendenzen. Folge ist eine Art der Selbstoptimierung der einzelnen Bürger, indem Steuerhinterziehung zum Volkssport wird, hohe Ansprüche ohne Eigenleistung gestellt werden und eine Entsolidarisierung stattfindet. Am Ende verlieren alle, der Wohlstand sinkt.

Es scheint somit richtig zu sein alles zu versuchen, dass der Staat von den Bürgern nicht als Feind angesehen wird. Wie erreicht man das?
Frage Nummer 3000110677

Antworten (1)
StechusKaktus
Die Schweiz macht vieles richtig. Niedrige Sätze in der Rentenversicherung (z.B. beträgt der Satz für die AHV 5%), aber jeder (auch Ärzte, Architekten, ZDF-Mitarbeiter, Politiker, etc.) muss zahlen und Beitragsbemessungsgrenzen gibt es trotz Maximalanspruch nicht. Es tut keinem ernsthaft weh und es gibt auch kein Verfassungsgericht, das dies als gesetzwidrig einstuft.

Es gibt keine gesetzliche Krankenversicherung, jeder muss sich privat versichern und die Versicherung übernimmt stets nur 90% der Kosten. Damit passt jeder auf, weswegen und wie oft er zum Arzt geht.

Der Mindestlohn ist branchenabhängig. Wenn du arbeitslos wirst, wirst du getriezt, erhältst aber ein so hohes Arbeitslosengeld, dass du dir keine Sorgen zu machen rauchst. Jedes Unternehmen zahlt in die betriebliche Altersversorgung ein. Fast jeder zahlt Vermögensteuer. Aber nur einen geringen Betrag.

Das Volk wird gefragt. Politiker bekommen keine Extrawurst. Siehe zum Beispiel hier:https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/luzern/ex-politiker-hat-versucht-ahv-zahlungen-zu-umgehen-ld.1044464

Doch, das gefällt mir. Und es ist ein Schlüssel für die Beantwortung meiner Frage.
Lieber eine niedrige Belastung, die für alle gleich ist, als eine hohe Belastung, die nur wenige tragen.