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Nokia: Letzte Hoffnung Microsoft

Lange war Nokia die unangefochtene Nummer eins im Handy-Markt. Doch bei den boomenden Smartphones verloren die Finnen den Anschluss. Jetzt soll der Befreiungsschlag gelingen: Nokia springt auf Microsofts Plattform Windows Phone auf.

Strategiewende bei Nokia: Der weltgrößte Handy-Hersteller verbündet sich mit Microsoft, um seinen Abwärtstrend zu stoppen. Nokia werde unter anderem Microsofts Betriebssystem Windows Phone als zentrale Smartphone-Plattform übernehmen, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Nokia hatte im Smartphone-Markt zuletzt deutlich an Boden verloren gegen erfolgreichere Rivalen wie Apple mit seinem iPhone und das Google-Betriebssystem Android.

"Heute wird aus einem Kampf mobiler Geräte ein Kampf zwischen mobilen Ökosystemen, und unsere Stärken in diesem Bereich ergänzen sich", hieß es in einem gemeinsamen Brief von Nokia-Chef Stephen Elop und Microsoft-Chef Steve Ballmer. Nokia setzte bei bisher vor allem auf das eigene Betriebssystem Symbian, das aber als veraltet gilt. Das System solle weiter unterstützt werden, hieß es nun. Auch die Arbeit an der neuen offenen Plattform MeeGo werde fortgesetzt.

Vor allem wollen die beiden Konzerne aber Windows Phone gemeinsam weiterentwickeln. Microsoft hatte sein Smartphone-Betriebssystem im vergangenen Herbst auf den Markt gebracht, es wird von Experten als technologisch ausgereift und modern gelobt; von den Verbrauchern ist es bislang allerdings noch nicht auf breiter Front angenommen worden. Die Plattform erwischte einen eher zögerlichen Start: Im vierten Quartal lag der Marktanteil bei gut drei Prozent.

Nokia will die Erfahrungen aus der Handy-Gestaltung und Unterstützung verschiedener Sprachen einbringen. Außerdem wird Nokia die Microsoft-Suchmaschine Bing für seine Handys und Dienste übernehmen. Nokias eigener Karten-Dienst wird bei Microsoft integriert. Zudem verordnet Elop, der seit September im Amt ist und zuvor Manager bei Microsoft war, dem Konzern eine neue Struktur. Das Telefon-Geschäft wird aufgeteilt: Ein Bereich soll sich künftig mit Smartphones beschäftigen, ein anderer die Marktführung bei günstigeren einfachen Handys sichern. Nokia stehe an einem entscheidenden Scheideweg, sagte Elop.

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