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MS "Deutschland": Insolvenzverfahren gegen das "Traumschiff" eröffnet

Das "Traumschiff" ist finanziell auf Grund gelaufen - selbst für Reparaturen reicht das Geld nicht. Ein Insolvenzverwalter soll Investoren finden, die dem Schiff helfen, wieder in See zu stechen.

Die Zukunft der MS "Deutschland" ist ungewiss

Die Zukunft der MS "Deutschland" ist ungewiss

Das "Traumschiff" ist in argen Finanznöten: Das Amtsgericht Eutin hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen der MS "Deutschland" Beteiligungsgesellschaft eröffnet. Die Gesellschaft, der das als ZDF-"Traumschiff" bekanntgewordene Kreuzfahrtschiff gehört, hat rund 56 Millionen Euro Schulden. Ursprünglich sei ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung geplant gewesen. Nun werde aber ein Verfahren mit einem gerichtlich eingesetzten Insolvenzverwalter eingeleitet, teilte eine Sprecherin der Gesellschaft am Montag mit. Der mit der Sanierung beauftragte Geschäftsführer Wolfram Günther hatte den Antrag auf Eigenverwaltung nach Angaben des Gerichts zurückgezogen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Kieler Rechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber. Er führt jetzt die Geschäfte der Beteiligungsgesellschaft.

Besatzung des Schiffs informiert

Die Besatzung des Schiffs wurde am Wochenende auf einer Betriebsversammlung an Bord über die aktuelle Situation informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind bis Ende Januar durch das Insolvenzgeld gesichert. Auch die anstehenden Reisen des "Traumschiffs" würden wie geplant stattfinden, sagte der Insolvenzverwalter. Am 12. November kommen die Gläubiger in München unter Vorsitz des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Günter Beckstein zusammen, um über das weitere Schicksal der MS "Deutschland" zu entscheiden.

Bei der ursprünglich geplanten Eigenverwaltung wird lediglich ein sogenannter Sachwalter ernannt, der die wirtschaftliche Lage des Unternehmens prüft und die Interessen der Gläubiger vertritt. Die Geschäftsführung behält bei dieser seit 2012 möglichen Sonderform des Insolvenzverfahrens jedoch weiterhin die Kontrolle im Unternehmen. "Ein vorläufiges Insolvenzverfahren ist jedoch schneller und transparenter für die Gläubiger", begründete Schmid-Sperber die Entscheidung.