Abgepumpte Sandmenge Pfusch beim Kölner U-Bahn-Bau nimmt immer größere Ausmaße an


Im Zusammenhang mit dem Bau der Kölner U-Bahn gibt es einem Zeitungsbericht zufolge weitere Unregelmäßigkeiten. Betroffen ist die Grube am Waidmarkt, wo vor einem Jahr das Stadtarchiv einstürzte.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Kölner U-Bahn gibt es einem Zeitungsbericht zufolge weitere Unregelmäßigkeiten. Für die Grube am Waidmarkt, wo vor genau einem Jahr das Stadtarchiv einstürzte, seien nicht nur Vermessung- und Betonierungsprotokolle von Wandabschnitten gefälscht worden, auch die Aufzeichnungen zu den abgepumpten Sandanteilen aus dem Erdreich der Baustelle seien "inhaltlich unbefriedigend", berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Mittwoch unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Mitteilung des nordrhein-westfälischen Bauministeriums.

Die "Sandmengenmessungen" vor dem Einsturz seien nicht gemäß den geltenden Vorschriften durchgeführt worden, heißt es demnach in dem Papier des Ministeriums. Nach dem Unglück seien die Messverfahren auf Anweisung der Technischen Aufsichtsbehörde bei der Bezirksregierung Düsseldorf "regelkonform angepasst und umgesetzt" worden. Angesichts der zahlreichen gravierenden Mängel gehe das Ministerium davon aus, dass es sich "um ein massives kriminelles Verhalten mehrerer beteiligter Personen handeln muss". Die "offensichtlich hochkriminellen Vorgänge" müssten "dringend aufgeklärt werden".

Die Arbeiten am Waidmarkt gelten als Auslöser für den Einsturz des Stadtarchivs am 3. März 2009. Bei dem Unglück waren zwei Anwohner ums Leben gekommen, viele kostbare Archivalien wurden verschüttet. Die Stadt Köln gedenkt am Mittwoch des Archiveinsturzes. Um 13.58 Uhr, dem Zeitpunkt des Unglücks, werden alle Busse und Bahnen an den Haltestellen eine Gedenkpause von zwei Minuten einlegen. Zudem erwartet Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) Betroffene der Katastrophe im Rathaus.

AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker