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Nach gescheitertem Drogendeal Berliner U-Bahn-Schubser wegen Mordes angeklagt: "Ich wollte den Mann nicht töten"

Gelbe U-Bahn fährt an der Station Kottbusser Tor in Berlin ein
Am 29. Oktober 2019 schubste der Angeklagte einen 30-Jährigen nach einem Streit um Drogen ins Gleisbett am Kottbusser Tor. Der Mann wurde von einer U-Bahn erfasst und verstarb. (Symbolfoto)
© Christoph Soeder / DPA
Wegen eines tödlichen Schubsers auf die Gleise der Berliner U-Bahn muss sich ein Marokkaner seit Freitag vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage lautet auf Mord. Beim Prozessauftakt drückte der 27-Jährige sein Bedauern aus.

Nach dem tödlichen Stoß eines 30-Jährigen vor eine U-Bahn in Berlin hat am dortigen Landgericht der Prozess wegen Mordes begonnen. Der Angeklagte soll das Opfer vor etwa sechs Monaten auf dem U-Bahnhof Kottbusser Tor im Stadtteil Kreuzberg nach einem Streit um Drogengeschäfte von hinten attackiert und ins Gleisbett geschubst haben. Der 27-jährige Tatverdächtige erklärte am Freitag, er habe keine vollständige Erinnerung an den Abend und könne nicht fassen, dass er "einen so schweren Fehler begangen habe". Er habe den Mann nicht töten wollen und bedauere zutiefst.

"Bewusst von hinten und mit voller Wucht gestoßen"

Zwischen dem aus Marokko stammenden Angeklagten und dem 30-jährigen Iraner soll es am 29. Oktober 2019 zunächst zu einem verbalen Streit gekommen sein. Gegenstand war laut Ermittlungen der Kriminalpolizei der gescheiterte Versuch des Angeklagten, Betäubungsmittel von einem Begleiter des 30-Jährigen zu erwerben. Als sich die beiden Männer entfernten, sei ihnen der Angeklagte gefolgt und habe den 30-Jährigen "bewusst von hinten und mit voller Wucht" ins Gleisbett gestoßen, heißt es in der Anklage. Der 27-Jährige habe die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt. Der Iraner starb noch am Tatort.

Der Angeklagte räumte über seine Verteidigerin ein, unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain gestanden zu haben. Er sei mit einem Bekannten unterwegs gewesen. Sie hätten sich kurz vor Mitternacht auf dem U-Bahnhof weitere Drogen besorgen wollen. Bei dem Stoß habe er die Gefahr nicht gesehen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die U-Bahn gesehen oder gehört habe", so der 27-Jährige.

Sehen Sie im Video, an welch ungewöhnlichem Ort ein US-Amerikaner die Corona-Pandemie abwartet. Brent Underwood treibt den Begriff "Soziale Distanz" auf die Spitze. Während der Corona-Pandemie lebt er alleine in der ehemaligen Minenstadt "Cerro Gordo" im US-Bundesstaat Kalifornien. 2018 kauft der Amerikaner, gemeinsam mit Freunden, die Geisterstadt für 1,4 Millionen US-Dollar. Auf Youtube dokumentiert Underwood seinen Umzug und sein Leben in "Cerro Gordo". Schon die Anreise stellt den Besitzer vor eine Herausforderung.  "Um deutlich zu machen, wie prekär die Lage ist: Dort drüben ist ein Abgrund, der hunderte Meter tief ist." "Ich kann durch den Schnee vielleicht einen Meter weit gucken."  "Wenn ich hierbleibe, werde ich eingeschneit und kann meinen Truck am Morgen nicht mehr bewegen. Das ist eine wirklich schlechte Situation."  "Scheiße!"  "Cerro Gordo. Das sind die Schuhe, die ich habe. Meine anderen Schuhe sind im eingeschneiten Truck."  "Ich habe gelernt, dass es auch Mitte Mai Schnee in Cerro Gordo geben kann."  Doch letztlich gelingt die Anreise und Underwood beginnt die verlassene Stadt zu erkunden. Sein erstes Projekt in der Einsamkeit: Die Renovierung einer kleinen Hütte. Wie es sich für den Besitzer einer Geisterstadt gehört, hat Unterwood auch eine Geistergeschichte auf Lager.  "Ich ging hier runter und sah das erste Fenster dort. Der Vorhang ging auf und zu. Anschließend sah ich ein kleines Gesicht. Das Licht in der Küche war an, das ist die Küche dort drüben. Keine große Sache. Arbeiter waren hier in Cerro Gordo und haben in dem Haus gewohnt. Also drehte ich mich um und ging zu meiner Hütte. Am Morgen ging ich zu Robert, unserem Hausmeister. Ich sagte: ‚Robert, wie lange bleiben die Arbeiter noch in der Baracke?‘ Er sah mich an und sagte: 'Die Arbeiter sind vor zwei Wochen abgereist.'" Underwood plant weitere Videos aus seiner Geisterstadt auf seinem Youtube-Kanal "Ghost Town Living" zu veröffentlichen.
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Er wurde wenige Tage nach dem tödlichen Vorfall verhaftet. Der Prozess wird am 29. April fortgesetzt.

js DPA

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