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EuGH-Urteil mit Folgen: Bosman revolutionierte den Fußball - dabei zerstörte er sein eigenes Leben

Marc Bosman klagte vor fast 30 Jahren vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Ablösesummen bei Spielerwechseln. Und hatte Erfolg. Doch der Preis, den der Belgier für die Revolution auf dem Transfermarkt zahlte, war hoch.

Bosman

Im Jahr 1990 will der belgische Fußball-Profi Bosman wechseln, aber sein Club fordert eine überzogene Ablösesumme. Bosman zieht vor Gericht. Das Urteil 1995 verändert nachhaltig die Fußballwelt - zerstört aber leider sein eigenes Leben.

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Der frühere belgische Fußball-Profi Jean-Marc Bosman sorgte für eine Revolution auf dem Transfermarkt. Anfang der Neunziger klagte er vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Ablösesummen bei Spielerwechseln. Auslöser war sein eigener Versuch den Klub zu wechseln. Sein Verein wollte das mit einer überzogenen Ablösesumme verhindern. Das Urteil fiel zu seinen Gunsten aus und veränderte die Fußballwelt nachhaltig.

Bosmans Urteil: "Es hat mich zu viel gekostet"

"Das Bosman-Urteil hat nicht nur meine Karriere, sondern auch mein Privatleben zerstört. Liebe, Zufriedenheit, Lebensqualität - alles weg. Es hat mich zu viel gekostet", sagte Bosman in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung.

Die Last sei zu schwer zu tragen gewesen für einen einzelnen Menschen. "Ich habe mit dem Bosman-Urteil etwas geschafft, was kein Minister auf politischem Weg geschafft hätte. Dass ich danach von den Klubs als Verräter und wie der letzte Dreck behandelt wurde, hat mich tief getroffen", ergänzte der mittlerweile 54-Jährige.

FC Lüttich verlangte 800.000 Dollar von Dünkirchen

Bosman war 1990 vor Gericht gegangen, weil er nach Vertragsende beim FC Lüttich zum französischen Zweitligisten Dünkirchen wechseln wollte. Die Belgier verlangten damals eine Ablöse von 800 000 Dollar, die Dünkirchen nicht bezahlen wollte. Daraufhin verweigerte Lüttich Bosman die Freigabe.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg erklärte schließlich 1995 die bis dahin gültigen Transferregelungen und Ausländerbeschränkungen in Mannschaftssportarten für nichtig. Seitdem dürfen Vereine bei Spielerwechseln innerhalb der Europäischen Union nach Ablauf des Vertrages keine Ablösesummen mehr verlangen.

deb / DPA
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