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Fetischdomina zog vor Gericht: Dachau unterliegt im Sex-Club-Streit

In Dachau gibt es schon drei Bordelle. Nun kommen ein Fetischstudio und ein Wellnesscenter mit käuflichem Sex hinzu. Die Stadt wollte das verbieten, doch das Verwaltungsgericht gab einer Domina recht.

Im Streit um zwei Sex-Clubs hat die oberbayerische Stadt Dachau vor Gericht eine krachende Niederlage erlitten. Das Bauamt hatte einer Domina den Betrieb ihres Fetischstudios untersagt und dem Bauherrn eines Wellnesscenters eine Ausweitung seines Betriebs verbieten wollen. Sie klagten gegen die Stadt. In beiden Fällen entschied nun die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts München gegen die Stadtverwaltung. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Kurz zuvor hatten sich die Richter bei einer Ortsbegehung umgesehen. Dicht beieinander gibt es im Gewerbegebiet Dachau-Ost bereits drei Bordelle. Hinzu kommen der Wellnesscenter-Neubau und das Fetischstudio - ein üppiges Angebot für eine 45.000-Einwohner-Stadt.

Die Nachfrage ist da

Doch die Nachfrage ist da, Dachau liegt verkehrsgünstig zwischen München und Augsburg. Die Stadt befürchtet, dass ihr Gewerbegebiet durch die Etablissements zwischen Autowerkstätten, Lackierereien, einem Labor der Technischen Universität München und einem Gebetshaus der Zeugen Jehovas abgewertet wird und gar zum Rotlichtviertel werde. Mit baulichen Auflagen hielt das Bauamt dagegen - und unterlag.

Die Stadt muss der Domina die Nutzung ihrer Räume als Fetischstudio gestatten. "Es geht um meine Existenz", hatte die Besitzerin beim Ortstermin gesagt. Der Vorsitzende befand ohnedies, es handle sich um ein "sehr diskretes" Gewerbe. Im zweiten Streitfall sieht der Bauherr des Wellnesscenters den unfertigen Bau als Wertanlage.

Die städtischen Auflagen nannte er in der mündlichen Verhandlung eine "Schikane". Es werde in dem Haus Saunen und einen Whirlpool geben, außerdem fünf sogenannte Arbeitszimmer für käuflichen Sex. Das Gericht kam zur Überzeugung, alle baulichen Auflagen seien erfüllt.

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