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Vereinte Nationen schlagen Alarm Mehr als 100.000 Bootsflüchtlinge seit Januar


Die Hoffnung auf ein besseres Leben treibt sie zur Flucht: Mehr als 100.000 Menschen sind seit Jahresbeginn über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Besonders in Griechenland ist die Lage dramatisch.

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Vereinten Nationen bereits 103.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Dies sei ein "dramatischer Anstieg", erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR).

Die allermeisten der Flüchtlinge erreichten bei ihrer Überfahrt mit oft seeuntauglichen Schiffen die Küsten Italiens und Griechenlands:

  • 54.000 Flüchtlinge kamen bisher nach Italien
  • 48.000 nach Griechenland
  • 920 weitere Ankömmlinge wurden in Spanien gezählt, 91 in Malta.

1800 Todesopfer

Wie UNHCR-Sprecher Adrian Edwards weiter mitteilte, kamen auf der gefährlichen Überfahrt in diesem Jahr bereits fast 1800 Flüchtlinge ums Leben.

Fast 55.000 der zumeist aus dem Nahen Osten und Afrika stammenden Menschen seien in Italien an Land gegangen. Eine besonders starke Zunahme im Vergleich zum Vorjahr wurde in Griechenland beobachtet: Im gesamten vergangenen Jahr zählten die dortigen Behörden 34.000 Flüchtlinge, während die Zahl in diesem Jahr bereits bei 48.000 liegt.

Angesichts der dramatischen Situation hat das UNHCR angekündigt, seine Präsenz in Griechenland und in Süditalien verstärken zu wollen.

Dramatische Lage in der Ägäis

Binnen drei Tagen hat die griechische Küstenwache mehr als 4000 Flüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen: Im ersten Quartal 2015 kamen nach Berichten der Küstenwache 40.297 Migranten auf den Ägäisinseln an. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 6500 gewesen.

Die Lage vor Ort ist nach Berichten lokaler Medien dramatisch. Die Helfer der humanitären Organisationen seien erschöpft, Flüchtlinge müssten oftmals im Freien schlafen.

Die Migranten stammen den Medienberichten zufolge überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Pakistan und dem Irak. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schleuserbanden Migranten nach Europa bringen. Die griechischen Behörden können den Flüchtlingsstrom offenbar nicht mehr stoppen. "Die Schleuser bringen die Menschen direkt in den Hafen rein", sagte ein Offizier der Küstenwache von der Insel Chios.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) erwartet für die nächsten Monate einen weiteren starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. "Eine ruhigere Wetterlage dürfte Schlepper ermutigen, nicht seetüchtige offene Boote mit noch mehr schutzlosen Menschen zu füllen", sagte IOM-Sprecher Leonard Doyle.

las/AFP/DPA DPA

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