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Trayvon Martins Todesschütze George Zimmerman auf der Straße ins Gesicht geschossen


Vor drei Jahren erschoss George Zimmerman den unbewaffneten Schwarzen Trayvon Martin - nun wurde ihm während eines Streits selbst ins Gesicht geschossen. Er liegt im Krankenhaus.

Der frühere US-Nachbarschaftswächter George Zimmerman, der 2012 in Florida den unbewaffneten Schwarzen Trayvon Martin erschossen hatte, ist bei einem Streit mit einer Schusswaffe verletzt worden. Als am Montag in Lake Mary im Bundesstaat Florida auf eine Scheibe seines Autos geschossen wurde, sei Zimmerman leicht durch herumfliegende Glasscherben verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin mit.

Zimmerman habe nach dem Vorfall einen Polizisten angehalten, führte die Sprecherin aus. Auch von anderer Seite sei der Polizei berichtet worden, dass der Weiße Matthew A. in eine Schießerei mit Zimmerman verwickelt gewesen sei. Die Polizeiermittlungen hätten ergeben, dass die Schüsse nicht von Zimmerman abgegeben worden seien. Er sei in ein Krankenhaus gebracht und inzwischen bereits entlassen worden. Die Polizeisprecherin sagte, noch sei nicht entschieden, ob in der Sache Anklage gegen eine der Parteien erhoben werde.

Zimmerman hatte mehrfach Ärger mit der Polizei

Der Nachbarschaftswächter, Sohn einer peruanischen Mutter und eines weißen US-Bürgers, hatte den 17-jährigen Trayvon Martin Ende Februar 2012 in Sanford nahe Orlando erschossen. Obwohl der schwarze Jugendliche unbewaffnet war, ließ die Polizei Zimmerman zunächst laufen. Dabei berief sie sich auf ein Gesetz, dass Bürgern in Florida ein weitgehendes Selbstverteidigungsrecht einräumt. Zimmerman hatte erklärt, dass Martin ihn zuerst attackiert habe. Außerdem bestritt er vehement, den Jugendlichen wegen seiner Hautfarbe ins Visier genommen zu haben.

Erst nach Demonstrationen gegen das Urteil in mehr als 100 Städten klagte die Justiz in Florida den Nachbarschaftswächter an. Zimmerman wurde schwerer Totschlag vorgeworfen. Doch ein Geschworenengericht sprach ihn im Juli 2013 wegen Notwehr frei. Der Ausgang des Verfahrens hatte vor allem unter Afroamerikanern und Bürgerrechtlern für Empörung gesorgt. Im Februar wurde entschieden, dass in der Sache aus Mangel an Beweisen auch keine Anklage vor einem Bundesgericht erhoben wird.

Zimmerman hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger mit der Polizei. So wurde der 31-Jährige mehrfach wegen häuslicher Gewalt festgenommen, bei einem Streit im Straßenverkehr soll er einen Autofahrer mit dem Tod bedroht haben. Jedes Mal wurden die Vorwürfe aber zurückgezogen.

car/DPA DPA

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