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Folge der Corona-Pandemie Bevölkerungszahl in Deutschland schrumpft zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder

Menschen gehen die Einkaufsstraße Mönckebergstrasse in Hamburg entlang
Menschen gehen die Einkaufsstraße Mönckebergstraße in Hamburg entlang (Archivbild)
© Georg Wendt / DPA
Im ersten Halbjahr von 2020 ist die Bevölkerungszahl in Deutschland geschrumpft. Grund dafür ist laut Statistikern auch die Corona-Pandemie.

Ende Juni lebten 83,1 Millionen Menschen in Deutschland. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Damit ist die Bevölkerung in Deutschland im ersten Halbjahr von 2020 zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder leicht gesunken. Um rund 40.000 Menschen ist die Einwohnerzahl zurückgegangen – das entspricht 0,05 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zuletzt war im zweiten Halbjahr 2010 eine sinkende Bevölkerungszahl verzeichnet worden.

Die Statistiker führten den aktuellen Rückgang vor allem auf eine verminderte Zuwanderung wegen der Corona-Pandemie zurück. Seit 2011 war die Zahl der Menschen in Deutschland konstant gestiegen, wobei sich das Wachstum zuletzt immer mehr verlangsamte. Im zweiten Halbjahr 2015 wurde durch die starke Zuwanderung der stärkste Anstieg verzeichnet (plus 0,9 Prozent).

Zahl der Sterbefälle übersteigt die Geburten

Seit März diesen Jahres ist demnach ein starker Einbruch bei den Zuwanderungen zu beobachten – eine Folge der Corona-Pandemie. Nach vorläufigen Ergebnissen wanderten im ersten Halbjahr 2020 nicht einmal halb so viele Menschen ein wie im ersten Halbjahr 2019. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres kamen nur noch rund 74.000 Menschen nach Deutschland.

Gleichzeitig überstieg die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geburten um 112.000. Die verminderte Zuwanderung konnte das Geburtendefizit somit nicht ausgleichen, wodurch die Bevölkerung schrumpfte. Die Zahl ging vor allem im Frühjahr zurück. Während die Bevölkerung zwischen März und Mai um 59.000 sank, verzeichneten die Behörden im Juni wieder einen leichten Zuwachs von rund 4000 Menschen.

Bevölkerung schrumpfte in zehn Bundesländern

Neben den eingeschränkten Reisemöglichkeiten spielt für die Statistiker aber auch eine verzögerte Erfassung der Wanderungen eine Rolle. Möglicherweise seien aufgrund von Einschränkungen im Publikumsverkehr von Einwohnermeldebehörden Zu- und Fortzüge zeitlich verzögert registriert und teilweise erst in späteren Berichtsmonaten ausgewiesen worden.

In zehn von 16 Bundesländern verringerte sich die Bevölkerungszahl. Die Ausnahme davon ist Mecklenburg-Vorpommern – hier stieg die Bevölkerung im ersten Halbjahr 2020 um 0,1 Prozent. Berlin hingegen hat verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 0,2 Prozent seiner Einwohner verloren.

meh AFP

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