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Hamburger Gymnasium Tierschützer attackieren Schulprojekt: Bulle Goofy bleibt der Schlachthof jetzt erspart


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In einem Hamburger Schulprojekt ging es um artgerechte Haltung und Aufzucht eines jungen Bullen. Dennoch war das Ziel, dass Goofy am Ende geschlachtet wird. Dagegen liefen Tierschützer Sturm. Jetzt bleibt das Tier am Leben.

Der Bulle Goofy sollte sterben. Das war der Plan von Anfang an. Doch der Plan eines Schulprojekts in Hamburg wird nun nicht mehr umgesetzt. Wie in vielen anderen öffentlich ausgetragenen Konflikten ist die eine Seite eingeknickt, weil die Gegenseite gnadenlos in den sozialen Medien gegen das Vorhaben vorging: "Massive Verurteilungen und Anfeindungen lassen keinen Raum mehr für eine fruchtbare und kontroverse Auseinandersetzung innerhalb des Projekts. Das Projekt wird daher vorzeitig beendet (...). Goofy bleibt am Leben und wird auf dem Museumsdorf Volksdorf zu einem Zugochsen umgeschult", heißt es in einer Mitteilung des Walddörfer Gymnasiums im Hamburger Stadtteil Volksdorf (WDG).

Das Projekt, um das es sich handelte, hatte die artgerechte Tierhaltung zum Thema. Die Geschichte begann vor zweieinhalb Jahren im österreichischen Zillertal, wo die Schüler auf Klassenfahrt waren. Dort erlebten sie die Geburt von Goofy, sie wollten ihn damals vor der Schlachtung retten, wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet. Sie nahmen Goofy mit nach Hamburg und starteten gemeinsam mit dem Museumsdorf Volksdorf ihr Projekt und zogen den Stier groß. Bedingung des Museumsdorfes damals war es, dass Goofy am Ende auf der Schlachtbank landet. Die Schüler der heutigen 10. Klasse stimmten zu.

Das Projekt ging um Tierhaltung und Tierethik

Die Jugendlichen sollten etwas über Tierhaltung und Aufzucht lernen, über Tierethtik und über Schlachtung und Verwertung. "Das Projekt hat Sinn gemacht. Wer langfristig Dinge ändern möchte, muss an die Jugendlichen ran", sagt Egbert Läufer, Leiter des Museumsdorfes. Einige Schüler seien dadurch Vegetarier geworden, fügt er an.

Womit Schüler und Lehrer am Endes des Projektes nicht gerechnet hatten, waren die Tierschützer. "Dann wurden Ende November, ausgehend von einem Zeitungsartikel, plötzlich die sozialen Netzwerke, Tierschützer und Veganer auf Goofy aufmerksam", sagt Jürgen Solt, Schulleiter des WDG. Es brach ein Sturm über die Schule herein. An der Spitze des Protests stand der Erdlingshof in Bayern, betrieben von radikalen Tierschützern, und der startete die Kampagne "Freiheit für Goofy." und drohten "mit überraschenden, unkonventionellen und eindrucksvollen Protestformen, die Volksdorf in den nächsten Wochen und Monaten ganz sicher nicht zur Ruhe kommen lassen werden". Eine Online-Petition sammelte 17.400 Unterschriften und die Tierrechtsorganisation Peta appellierte, Goofy am Leben zu lassen. In den sozialen Medien brach ein Shitstorm mit persönlichen Beleidigungen los.

Lösung stellt Tierschutzorganisationen nicht zufrieden

Schließlich sah die Schule von der Schlachtung Goofys ab. Aber das ist den Tierschützern nicht genug. Nun sprechen sie von "lebenslanger Sklaverei", in die der Bulle abgeschoben würde: "Damit wird klar, dass nichts hinter diesem Projekt stand, schon gar kein pädagogisches Konzept. Denn sonst hätte man einsehen können, dass kritisches Hinterfragen des Fleischkonsums und des Umgangs mit Tieren auch möglich ist, ohne das jemand dafür sterben muss", schreibt ein anderer Tierschutzhof. Und der Hamburger Tierschutzverein merkt an: "Wir gehen davon aus, dass ihm auch dort nach einigen Jahren als Zugochse die Tötung droht."

Quellen: "Hamburger Abendblatt", RTL

tis

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