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Hilfsorganisation besorgt: In Thailand steigt die Zahl obdachloser Ausländer

Betteln in Pattaya: Laut Angaben einer deutschen Hilfsorganisation gibt es rund 200 obdachlose Ausländer in Thailand - so viele wie nie zuvor.

Thailand gilt als Urlaubs- und Rentnerparadies, aber die Zahl der Ausländer, die in Schwierigkeiten geraten, wächst nach Angaben einer Organisation für Obdachlosenhilfe. "Es gibt immer mehr obdachlose Ausländer", sagt Natee Saravari, Generalsekretär der Issarachon-Stiftung. Thailand hat kein soziales Netz, das die Ausländer auffängt. Die Stiftung schätzt die Zahl der obdachlosen Thailänder auf rund 30 000, die Zahl obdachloser Ausländer, überwiegend aus Europa, Australien und den USA, auf 200.

"Man sieht sie in Pattaya vor Schnellrestaurants, wo sie im Abfall nach Essbarem suchen oder Restaurantbesucher anbetteln", sagt Natee. "Wir schätzen, dass 40 Prozent der obdachlosen Thailänder psychisch krank sind, aber die meisten obdachlosen Ausländer sind Alkoholiker."

"Die meisten obdachlosen Ausländer sind Alkoholiker"

Die Stiftung hat die Regierung aufgefordert, zusammen mit den Botschaften Hilfe für die gestrandeten Ausländer zu organisieren. "Unsere Ausländergesetze sind altmodisch und bieten wenig im Bereich Ausländerrechte", sagt Buaphan Promphakping, Professor für Sozialwissenschaften an der Khon Kaen-Universität. "Sie sollten angepasst werden."

Die deutsche Botschaft hat 2006 einen Hilfsverein gegründet, um in Schwierigkeiten geratenen Deutschen zu helfen. Unter anderem betreuen Freiwillige Landsleute nach Unfällen und bei Krankheiten oder helfen bei Kontakten mit Versicherungen, Behörden und Angehörigen in Deutschland. Der durch Spenden getragene Verein gewährt auch Kleinkredite.

steh/DPA / DPA