HOME

Netflix-Doku enthüllt: Warum ein Ermittler Maddie McCanns Vater im Visier hatte – und wie er ihn zum Geständnis bringen wollte

Das Verschwinden von Madeleine McCann wirft auch heute noch viele Fragen auf. In einer neuen Netflix-Doku hat einer der britischen Ermittler jetzt erklärt, warum er lange Maddies Vater Gerry verdächtigt hat.

Netflix-Doku: "Das Verschwinden von Madeleine McCann"
Netflix

Es ist mittlerweile fast zwölf Jahre her, dass die damals dreijährige Madeleine McCann aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwand. Doch die mögliche Entführung des britischen Mädchens wirft auch heute noch viele Fragen auf. Maddies Eltern, Kate und Gerry McCann, haben die Suche nach ihrer Tochter noch nicht aufgegeben. 

Netflix-Doku über Madeleine McCann

Jetzt hat sich auch Streamingsender Netflix mit der Geschichte befasst. Gerade wurde die achtteilige Dokumentation "Das Verschwinden von Madeleine McCann" auf der Plattform veröffentlicht. Der Sender befragt darin andere Hotelgäste, Journalisten und Ermittler, die damals mit dem Fall zu tun hatten. Die McCanns selber wollen mit der filmischen Auseinandersetzung derweil nichts zu tun haben. Aber was einer der leitenden britischen Ermittler in der Doku erzählt, dürfte ihnen womöglich neu sein. 

Madeleine "Maddie" McCann, Kate McCann, Gerry McCann

Die Eltern der vermissten Madeleine "Maddie" McCann, Kate und Gerry McCann, haben die Hoffnungen noch nicht aufgegeben

Picture Alliance

Jim Gamble, ehemaliger Leiter des "Child Exploitation and Online Protection Centre", verrät in einer der Episoden, dass er selber den Vater der vermissten Maddie in Verdacht hatte. Deshalb habe er ihn dazu gebracht, einen Brief an die vermeintlichen Entführer zu schreiben, in dem Gerry McCann die Verbrecher bittet, seine Tochter frei zu lassen. Der Ton, zu dem er Gerry McCann beim Schreiben riet, sollte dazu führen, dass dieser selbst zur Besinnung komme und seine Beteiligung an dem Verbrechen zugebe. "Ich habe eigentlich mit Gerry geredet. Ich glaube, es war der einzige Weg, um diese Nachricht und den Gedanken rüber zu bringen", sagt Gamble. "Falls etwas passiert ist, falls es ein Fehler war, ist es nie zu spät, es zuzugeben und zu stoppen."

Statistik sprach gegen die Eltern

Aber warum hatte Gamble überhaupt den trauernden Vater in Verdacht? Schuld daran sei seine Erfahrung als Ermittler gewesen, erklärt er. "Statistisch ist es wahrscheinlich, dass die Eltern oder jemand aus der näheren Umgebung schuldig ist", sagt er. 

Heute denkt Gamble anders über den Fall. Er ist mittlerweile überzeugt, dass die Eltern der verschwundenen Maddie nichts damit zu tun haben.

Im Video: Wo ist Maddie McCann? Die Chronologie einer Suche

Maddie
ls