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Nach Explosionsserie auf Marinestützpunkt: Zyperns Verteidigungsminister tritt zurück

Die Zahl der Toten steigt weiter: Nach offiziellen Angaben sind bei den Explosionen auf dem zypriotischen Armeestützpunkt mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Offene Schießpulvercontainer sollen die Tragödie ausgelöst haben. Zyperns Verteidigungsminister zog nun politische Konsequenzen.

Bei einer Serie von Explosionen auf einem Marinestützpunkt im Süden der Mittelmeerinsel Zypern sind bis zu 15 Menschen getötet worden. 59 weitere wurden nach Berichten der staatliche zyprische Nachrichtenagentur CNA verletzt, als am Montag auf der Marinebasis Mari nahe der Ortschaft Zygi mehrere Munitionscontainer explodierten. Auch ein benachbartes Kraftwerk - das wichtigste der Insel - wurde schwer beschädigt.

"Wir sind erschüttert", sagte der Präsident der Republik Zypern, Dimitris Christofias, nach einem Besuch des Stützpunkts. "Untergang ist das richtige Wort dazu", sagte der zyprische Parlamentspräsident Giannakis Omirou im staatlichen Fernsehen (RIK). Beide gingen zunächst von einem Unfall aus.

"Es ist ein weiterer schwarzer Juli für unser Land und unser Volk", meinte Präsident Christofias und verglich damit die Explosionskatastrophe mit der Teilung der Insel im Juli 1974. Damals war Zypern nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt worden.

Rücktritte nach Unglück

Die Katastrophe hat ein politisches Nachspiel: Zyperns Verteidigungsminister Costas Papacostas reichte seinen Rücktritt ein. Wie CNA berichtete, akzeptierte Staatschef Demetris Christofias am Montag ein Rücktrittsangebot des Ministers. Auch der Kommandant der Nationalgarde, Petros Tasliklides, trat demnach zurück. Papacostas gehört der kommunistischen AKEL-Partei an, die Christofias bis zu seiner Wahl als Präsident 2008 viele Jahre lang als Parteichef angeführt hatte. Die Regierung beriet unterdessen in einer Krisensitzung über die Folgen des Unglücks.

Zuvor war scharfe Kritik laut geworden, dass die explodierten Munitionscontainer offen auf dem Stützpunkt gelagert worden waren und nicht - wie sonst üblich - unterirdisch.

DPA/AFP / DPA