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Nordkorea: US-Deserteur will "nie wieder zurück"

Der US-Soldat Joe Dresnok ist 1962 zum Erzfeind Nordkorea übergelaufen. Dem Deserteur scheint es in dem bitterarmen kommunistischen Land zu gefallen. Selbst für eine Milliarde Dollar würde er nicht mehr in seine Heimat zurückkehren.

Das dürfte Präsident George Bush überhaupt nicht gerne hören. Ein 1962 nach Nordkorea desertierter US-Soldat würde für kein Geld der Welt wieder in sein Geburtsland zurückkehren. Nicht einmal die Zahlung von einer Milliarde Dollar könnte ihn zu diesem Schritt bewegen, sagte Joe Dresnok in einem Interview des Fernsehsenders CBS.

Der 65-Jährige ist der letzte US-Deserteur, der noch in Nordkorea lebt. Er wohnt auf Regierungskosten in einer kleinen Wohnung in der Hauptstadt Pjöngjang. Sein Schicksal wurde bekannt, nachdem ein anderer US-Deserteur Nordkorea 2004 verlassen musste. Der "Flüchtling" warf Dresnok vor, ihn zwischen 1965 und 1980 mindestens 30 Mal auf Anweisung der Behörden verprügelt zu haben. Dresnok wies dies zurück.

In dem Dokumentarfilm „Crossing the Line“ wurde sein Leben nun nachgezeichnet. Da ihn ein Verfahren vor dem Kriegsgericht erwartete, floh der damals 21-jährige Soldat im August 1962 aus Norfolk im US-Bundesstaat Virginia. Über die stark verminte Grenze Südkoreas kam er nach Nordkorea und begann ein neues Leben. Gemeinsam mit drei weiteren US-Deserteuren trat er in anti-amerikanischen Propagandafilmen der nordkoreanischen Regierung auf. Mitte der sechziger Jahre hatte Dresnok erfolglos Asyl in der sowjetischen Botschaft ersucht.

Reuters / Reuters
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