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US-Bundesstaat Colorado: Pastor bricht Trauerfeier ab - weil die Tote lesbisch war

Mitten im Gottesdienst bricht ein Pfarrer seine Trauerrede ab. Die Tote lebte mit einer Frau zusammen. Die Angehörigen sollen Bilder des Paares entfernen. Doch die Freunde denken gar nicht daran.

Freunde der verstorbenen Vanessa Collier halten ein Bild von ihr (r.) und ihrer Partnerin in den Händen

Freunde der verstorbenen Vanessa Collier halten ein Bild von ihr (r.) und ihrer Partnerin in den Händen

In dem Städtchen Lakewood im US-Bundesstaat Colorado hat ein Pfarrer die Trauerfeier einer jungen Mutter abgebrochen, weil Bilder der Toten aufgestellt waren, die sie in liebevoller Pose mit ihrer Ehepartnerin gezeigt hatten. Laut der "Denver Post" teilte Ray Chavez der Trauergemeinde am Samstag 15 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes mit, dass er nicht weiter machen könne, solange es sichtbare Hinweise auf die Homosexualität der Toten gäbe. Die Freunde von Vanessa Collier, die mit 33 Jahren unter noch nicht völlig geklärten Umständen gestorben war, brachten daraufhin Blumen und Sarg in ein Bestattungsinstitut auf der gegenüberliegenden Straßenseite und beendeten die Andacht ohne Pfarrer Chavez.

Pfarrer wusste von Freundin

Besonders verärgert seien viele der Angehörigen, weil Chavez schon eine Woche vor dem Termin ein Video über das Leben der Toten erhalten habe. Aus diesem gehe eindeutig hervor, dass die Mutter zweier Töchter (acht und zwölf Jahre alt) mit einer Frau zusammengelebt hat. Er habe genügend Zeit gehabt, die Trauerfeier abzulehnen. Stattdessen habe Chavez die öffentliche Verabschiedung am offenen Sarg zugelassen und erst während seiner Trauerrede seine Einwände vorgebracht. "Hat es das schon mal gegeben, dass eine Trauerfeier mittendrin abgelehnt wurde?", wird eine Freundin der Verstorbenen zitiert.

Keine Hoffnung für eine Lesbe

Am Dienstagnachmittag demonstrierten mehrere Menschen gegen die Entscheidung des Pfarrers. Die Kosten für die abgesagte Beerdigungsfeier habe die Kirchgemeinde bislang nicht zurückerstattet. Chavez hat die Gemeinde mit dem Namen New Hope (neue Hoffnung) 1981 gemeinsam mit seiner Frau gegründet. Auf ihrer Webpräsenz wird sie als Ort beschrieben, "an dem Drogen - oder Alkoholabhängige, Gangs oder Gewalttäter eine 'Unze Hoffnung' finden". Diese Hoffnung wurde Collier verwehrt, weil sie eine Frau liebte, so ihre Freunde.

ono