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Falscher Pegida-Protestler RTL feuert Undercover-Reporter


Ein RTL-Reporter war undercover als Demonstrant auf einer Pegida-Demo unterwegs und gab in einem Interview rechte Ansichten von sich. Nun hat der Sender reagiert - und ihn gefeuert.

Ein unverzeihlicher Fehler war der Auftritt eines RTL-Reporters, der sich undercover unter Pegida-Anhänger mischte und in seiner Rolle als Demonstrant ein Interview gab. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, zieht der Sender nun Konsequenzen und kündigt dem Mann, der vor laufender Kamera rechte Ansichten geäußert hatte - ohne sich als Journalist zu erkennen zu geben.

"Unser Mitarbeiter hat einen Fehler begangen, der nicht zu entschuldigen ist", zitiert die "FAZ" den Chef des RTL-Landesstudios Ost, Thomas Präkelt. Er betont, der Reporter habe den Auftrag gehabt, mit den Demonstranten etwas ins Gespräch zu kommen und sie zu Pegida zu befragen. Präkelt betont: "Er sollte auf keinen Fall provozieren oder zur Hetze animieren, schon gar nicht anderen Journalisten eine Rolle vorspielen."

Dem "Berufsstand schwer geschadet"

Dennoch stand der Journalist den Kollegen des NDR-Magazins "Panorama" für ein Fernseh-Interview Rede und Antwort, so, als spräche er von seiner eigenen Weltanschauung: Er redete von "zu vielen Türken im Straßenbild" und fragte, ob man "in Deutschland überhaupt noch deutsch sei".

Damit habe er "unserem Berufsstand schwer geschadet", sagte Präkelt der "FAZ". Sein Verhalten sei nicht nachzuvollziehen, insbesondere, da es sich um einen erfahrenen Kollegen handle. Umso schlimmer, dass der Reporter noch nicht einmal seine eigenen RTL-Kollegen darüber informiert habe, dass er sich in einem Interview mit einem anderen Sender geäußert hatte.

Das Vertrauen für eine Zusammenarbeit habe er damit zerstört, so Präkelt. "Wir werden den betreffenden Kollegen nicht mehr einsetzen und die Zusammenarbeit mit ihm beenden", teilte RTL mit.

jen

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