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Prozess gegen John Demjanjuk Verteidigung fordert Freispruch und Entschädigung


Die Verteidigung des mutmaßlichen KZ-Wachmanns John Demjanjuk hat vor dem Münchner Landgericht auf Freispruch plädiert. Der 91 Jahre alte gebürtige Ukrainer müsse Haftentschädigung bekommen, der Haftbefehl müsse aufgehoben werden, forderte sein Anwalt zum Abschluss seines fünftägigen Plädoyers.

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher John Demjanjuk fordert die Verteidigung einen Freispruch. Der 91-Jährige solle zudem finanziell entschädigt und der Haftbefehl gegen ihn solle sofort aufgehoben werden, verlangte Rechtsanwalt Ulrich Busch am Mittwoch in seinem Plädoyer, das fünf Verhandlungstage dauerte. Die Verteidigung hält den gebürtigen Ukrainer selbst für ein Opfer: Er habe als Kriegsgefangener den Nazis dienen müssen, um nicht erschossen zu werden oder zu verhungern.

Die Staatsanwaltschaft wirft Demjanjuk Beihilfe zum Mord an mindestens 27.900 Menschen vor und hat eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Er soll 1943 als Wächter im Vernichtungslager Sobibor im heutigen Polen Juden in die Gaskammern getrieben haben. Verteidiger Busch sieht dafür aber keinen Beweis. Konkrete Handlungen könnten dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Der Dienstausweis, den die Ermittler als Beweisstück vorgebracht haben, sei zudem eine Fälschung. Demjanjuk solle in Ruhe gelassen werden und im Kreise seiner Familie sterben können.

Das Landgericht München will nach eineinhalb Jahren Verhandlungsdauer am Donnerstag sein Urteil verkünden.

Reuters/DPA DPA Reuters

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